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7. Mai 2013, 09:30
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Honorarberatung: Verbraucherzentrale kritisiert Gesetz

Mit der gesetzlichen Regulierung der Honorarberatung über Finanzanlagen habe die Bundesregierung zwar eine Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) aufgegriffen, allerdings greife das Gesetz zu kurz, so VZBV-Finanzexpertin Dorothea Mohn.

Honorarberatung: Verbraucherzentrale kritisiert Gesetz

Dorothea Mohn, VZBV: “Für eine effektive Regulierung wäre ein Gesetz erforderlich gewesen, das den Beruf des Honorarberaters nicht künstlich von einzelnen Produktarten trennt.”

“Statt eines Placebos fordern wir eine echte Regulierung der Honorarberatung”, meint die VZBV-Referentin für Altersvorsorge und Kapitalanlage Mohn. Der Gesetzgeber komme durch die Verabschiedung des Gesetzes zwar formell seiner Aufgabe nach, inhaltlich aber gehe das Gesetz an der Grundlogik der Honorarberatung vorbei.

Das Problem sei, dass das Gesetz die Honorarberatung nur für Finanzprodukte und -dienstleistungen reguliere, die durch das Wertpapierhandelsgesetz oder das Vermögensanlagengesetz abgedeckt werden. Diese Regelung schließe jedoch Versicherungen, Spareinlagen, Bausparverträge und Kredite aus.

Eine solche Teil-Lösung widerspricht laut VZBV den Interessen der Verbraucher. Diesen Punkt kritisieren auch die Vertriebsplattform Honorarkonzept und der Berufsverband deutscher Honorarberater.

VZBV fordert “ganzheitlichen Ansatz”

Ohne einen ganzheitlichen Ansatz könne die Honorarberatung den Wünschen der Kunden nicht nachkommen, so Mohn weiter. Ein Honorarberater müsse demnach in der Lage sein, aus dem gesamten Spektrum von Finanzprodukten individuelle Lösungen für seine Kunden zu entwickeln.

“Wir hatten ein Gesetz gefordert, das den Berufsstand des Honorarberaters als echte Alternative zum Provisionsmodell etabliert”, erläutert die Verbraucherschützerin. Für eine effektive und lebensnahe Regulierung wäre ihrer Meinung nach ein Gesetz erforderlich gewesen, das den Beruf des Honorarberaters nicht künstlich von einzelnen Produktarten trennt.

Zusätzlich habe der Gesetzgeber verpasst, für Transparenz im Provisionsmodell zu sorgen. Provisionen und sonstige Anreize für Finanzberater müssen unmissverständlich in Euro und Cent offengelegt werden, so die Forderung des VZBV, damit Kunden wissen, wie viel sie für die Vermittlung von Finanzprodukten bezahlen. (jb)

 

Foto: VZBV

13 Kommentare

  1. Die Kommentare sind allesamt korrekt.
    Ist doch ganz einfach: Wer sich gegen Honorar beraten lassen möchte, der geht zum Honorarberater. Alle anderen gehen zu ihrem Makler oder Vertreter. Die Tips der Stiftung sind längst nicht über jeden Zweifel erhaben. Nur erstaunlich, dass dort anscheinend nicht auf die Qualifikation geachtet wird.

    Kommentar von Vogt — 10. Mai 2013 @ 12:23

  2. Ich möchte gern auf die Kritik einiger Kommentatoren eingehen, dass sich eine Honorarberatung nur Betuchte leisten könnten:
    Provisionsberater werden ebenfalls bezahlt, allerdings bekommen das Verbraucher nicht so mit, da ja alles via Provision abgewickelt wird. Oft sind die Provisionen sogar höher als das Honorar eines Honorarberaters. Auch das zahlt der Verbraucher – nur bekommt er keine Rechnung, die alles aufschlüsselt, sondern hat es mit versteckten Kosten zu tun.
    Dass die Honorarberatung nur etwas für Betuchte ist, stimmt so nicht. Der Unterschied ist der, dass der Verbraucher eine Rechnung erhält und nun nachvollziehen kann, was er eigentlich zahlt.

    Kommentar von Beratung auf Honorarbasis — 9. Mai 2013 @ 09:32

  3. …super Frau Richter, mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen – es ist schon alles vorhanden. Solange jedoch selbsternannte Verbraucherschützer Briefmarken für die Altersvorsorge empfehlen (ist tatsächlich vorgekommen), ist verbraucherorientierte Beratung, mehr denn je gefragt – ob Provision oder Honorar, spielt dabei keine Rolle – es macht den Berater auch nicht besser – siehe wiederum Verbraucherschützer!!!

    Kommentar von W.Geißler — 8. Mai 2013 @ 15:49

  4. Es wäre wünschenswert, wenn diejenigen, die sich zum Thema Versicherungen, Produkte, Konzepte, Vergütungsmodelle etc. äußern, eine Sachkundeprüfung analog der IHK Kaufmann für Versicherungen und Finanzen nachweisen müssten, denn dann würde auch manchem Verbraucher ein seltsames Erlebnis erspart bleiben, dem die Verbraucherschützer sonstwas erzählt haben, das sich vermittels Taschenrechner widerlegen läßt. Die Diskussion um die Vergütungsmodelle führt schon seit 2008 durch die Offenlegung der Kosten zu einer Transparenz derselben, gleichzeitig erfordern nun auch die Kosten erheblichen Beratungsaufwand, den ich – wie sicher die meisten Kollegen – gern leiste. Da wäre eine Honorarvereinbarung der deutlich einfachere Weg. Dann aber wäre für die Frage wieviel für was die Tür aufgerissen und vermutlich würden dann die Honorarhöhen vorwärts und rückwärts diskutiert. Hier würde ich mir eine Gebührenordnung wünschen, jawohl, gibt es bei Ärzten, Rechtsanwälten usw. auch, und dann die Offenlegung der Kosten der Verbraucherzentralen, die leider häufig entscheidungrelevante Details ignorieren und zu unsachgemäßen Ergebnissen kommen. Die wir dann mühsamst ausräumen müssen, die bösen Versicherungsleute. Die insbesondere sozialversicherungsrechtlich eine wichtige Aufklärungsaufgabe zu erfüllen haben und z. B .am Thema Pflegeversicherung existenzielle Löcher zu stopfen haben, wie auch an vielen anderen.

    Kommentar von Esther Mobili-Emigholz — 8. Mai 2013 @ 13:30

  5. Wer nichts wird, wird Wirt!
    Ist ihm das nicht gelungen, macht er in Versicherungen!
    Wird er dort auch nicht sattelfest, geht er zur Stiftung Warentest!

    Kommentar von D.D. — 8. Mai 2013 @ 13:06

  6. Wer muß hier vor wem geschützt werden. Manchmal denke ich, ich bin in einem Märchen. Die sogenannten Schützer für uns Verbraucher schützen doch nur sich selbst und ihre Arbeitsplätze mit unserem Geld. Nichts anderes was Politiker und Gewerkschafter auch tun. Wer fordert eigentlich von denen eine Qualifikation? in welchen Gesetzen ist das festgelegt? Was interessieren mich Provisionen und Honorare, ich möchte fair beraten werden und fair behandelt werden, egal von wem. Von Autoverkäufern kann ich genauso übers Ohr gehauen werden , wie von einem Anwalt oder von einem Politiker. Der Sport Gesetze zum umgehen und daraus immer wieder neue Regelungen entstehen zu lassen hilft doch niemandem. Ach doch den schlitzohrigen Schützern dieser Welt. Dem kleinen Mann hilft das sehr wenig bis garnicht.

    Kommentar von A.B. — 8. Mai 2013 @ 12:51

  7. Frau Mohn ist eine Ernährungswissenschaftlerin. Schuster, bleib bei deinen Leisten! Was qualifiziert Frau Mohn dazu Referentin für Altersvorsorge und Kapitalanlage bei der VZBV zu sein??
    “Ist das Thema Geldanlage für eine Oecotrophologin nicht trotzdem ziemlich exotisch?

    Mohn: Natürlich musste ich mir immer wieder die Frage anhören, warum man denn gerade für diesen Job eine Oecotrophologin eingestellt hat. Das macht mir heute nichts mehr aus, weil ich in meiner Position gefestigt
    bin. Ich selbst fühle mich überhauptmnicht als Exot. Ich habe von Anfang angesagt: „Ich arbeite mich da ein!“, und das hat funktioniert. Trotzdem würde ich mich im Rückblick bei der Wahl des Studiums wohl stärker fachlich konzentrieren,um eine stärkere Spezialistenrolle vertreten zu können. Ich bin mir inzwischen unsicher, wie hilfreich der generalistische Ansatz des Oecotrophologiestudiums ist.” Interview http://www.vdoe.de/728.html- es ist arrogant Sondersgleichen

    Kommentar von Uli — 8. Mai 2013 @ 12:49

  8. Frau Mohn ist Ernährungswissenschaftlerin. Sie hat noch nie in der Finanzbranche gearbeitet und hat keine fachliche Qualifikation zur Beurteilung von Finanzberatungen. Wie kann man einem Laien einen solchen Job und so eine Öffentlichkeitswirksamkeit geben ?

    Kommentar von Falco — 8. Mai 2013 @ 12:45

  9. S.Richter: Tja, ist doch eigentlich ganz einfach, oder? Das ganze scheint mir mehr eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
    für branchenfremde Politikdilletanten a. la Frau Aigner zu sein. Zu den Dummschwätzern, die sich gerne “Verbraucher-
    schützer nennen, ist alles gesagt.

    Kommentar von Stefan — 8. Mai 2013 @ 10:58

  10. Ich verstehe das Geschrei nicht. Es gibt im Versicherungsbereich den Versicherungsberater. Der arbeitet ausschließlich auf Honorarbasis. Man kann sich dort beraten lassen, zahlt eine Vergütung und schließt einen Vertrag ohne Abschlusskosten ab.
    Und wer kein Honorar zahlen möchte, wählt den Weg der Provisionsvergütung für seinen Vermittler. Ist doch toll! Ist doch demokatisches Wahlrecht!
    Wenn – wie bei den Verbraucherschützern – das Geld aus der Steckdose kommt, man keine besondere Sachkunde nachweisen muss für das, was man tagtäglich an Blödsinn herausposaunt, dann qualifiert man sich selbst zum bloßen Schreihals ab.
    Ich selbst befürworte und praktiziere die Honorarberatung, verständige mich über dieses Thema aber lieber mit Leuten, die davon etwas verstehen.

    Kommentar von Susanne Richter — 7. Mai 2013 @ 19:14

  11. R.B.: Ihrem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Jeder halbwegs denkende Mensch fragt sich das gleiche. Diese sogenannten Verbraucherschützer haben in Deutschland Narrenfreiheit und werden zum Hohn auch noch aus Steuergeldern (also auch aus denen von Maklern) subventioniert. Warum?

    Kommentar von Stefan — 7. Mai 2013 @ 17:45

  12. Solide Beratung kostet Geld. Eine Honorarberatung können sich nur Betuchte leisten. Die Verbraucherzentralen verlangen auch Geld für ihre Beratung. Wo ist deren Haftung für Beratung. Wo ist der Qualifikationsnachweis dieser Berater und wo sind diese registriert? Welche Honorierung bekommen diese Leute von der Verbraucherzentrale? Der ehrliche solide Berater um die Ecke ist wieder mal der Dumme.

    Kommentar von R.B. — 7. Mai 2013 @ 11:35

  13. Diese Kritik ist absolut richtig und zusätzlich sollten die Qualifikationsanforderungen erhöht werden.

    Kommentar von Tilman Rüthers — 7. Mai 2013 @ 10:28

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