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11. Mai 2012, 12:01
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Mobius: Große Chancen in Afrika

Wir sind der Meinung, dass Afrika in den nächsten Jahren immense Anlagechancen bereithalten könnte. Der Kontinent verfügt bekanntermaßen auch über reiche Rohstoffvorkommen, die zu einem Großteil noch nicht entwickelt sind.

Mobius

Mark Mobius, Franklin Templeton

Gastkommentar: Mark Mobius, Franklin Templeton

Dazu zählen Öl und Gas, verschiedene Metalle und Mineralien sowie umfangreiche Agrarflächen. Dieser Reichtum zieht globale Investoren an, vor allem aus Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien. Diese Investoren sind auf der Suche nach Rohstoffen für die Entwicklung ihrer eigenen Wirtschaft sowie nach Märkten für ihre Industrien. Im Gegenzug erhalten die afrikanischen Länder die so dringend benötigte Infrastruktur, wie zum Beispiel Transportanbindungen, Kraftwerke, Schulen und Krankenhäuser, sodass auch eine weitere große Ressource Afrikas – eine große und junge Bevölkerung – ins Spiel kommt. Durch Bildung, Mobilität und den Zugang zu Kapitalressourcen unterliegen die Perspektiven und die Produktivität von mehr als eine Milliarde Menschen mit einem Durchschnittsalter von nur 20 Jahren einem Wandel.

Dieser positive Kreislauf zeigt bereits Wirkung. In den zehn Jahren bis 2010 befanden sich sechs der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Afrika. Für die nächsten fünf Jahre prognostiziert der Internationale Währungsfonds ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Subsahara-Afrika als Ganzes von über 5%. In einzelnen Ländern wie Nigeria, Ghana und Kenia werden sogar noch stärkere Zuwachsraten erwartet. Ein Wachstum in dieser Größenordnung lässt eine aufstrebende Mittelschicht sowie dynamische inländische Volkswirtschaften entstehen, wodurch sich Gelegenheiten für Konsumunternehmen ergeben und gleichzeitig ein gewisser Schutz vor den Problemen der Industrieländer besteht.

Während sich große Anlagechancen bieten, ist der Zugang zu diesen nach wie vor schwierig. Abgesehen von Südafrika sind die Aktienmärkte noch immer vergleichsweise klein und illiquide. Bedeutende Vermögenswerte bleiben in staatlicher oder privater Hand und sind üblicherweise nicht an den Börsen notiert. Die Regulierung der Aktionärsrechte ist oftmals noch nicht abgeschlossen. In einigen Ländern besteht zudem das Risiko politischer Instabilität. Diese Situation kann sich allerdings ändern und ändert sich auch bereits, wie das Beispiel Nigeria zeigt. Dort hat die Reform des Bankwesens eine Welle der Konsolidierung ausgelöst, in deren Folge gute geführte und finanzierte Banken mit attraktiven Bewertungen entstanden sind. Außerdem könnten Privatisierungen und Aktienmarktnotierungen staatlicher Unternehmen die Liquidität der Aktienmärkte verbessern und zudem modernere Management-Praktiken in den Unternehmen entstehen lassen.

Südafrikas attraktive Sektoren

Unter den Ländern des Kontinents zeichnet sich Südafrika durch einen großen, breiten, tiefen und liquiden Aktienmarkt aus. Darüber hinaus ermöglichen einige südafrikanische Unternehmen ein Engagement an Märkten weiter im Norden, die lokal möglicherweise nur schwer zugänglich sind. Wir haben in den südafrikanischen Bergbau- und Einzelhandelssektoren besonders attraktive Gelegenheiten ausfindig gemacht.

Lesen auf Seite zwei, welche Top-Investments in Kenia und Nigeria locken.

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1 Kommentar

  1. Nahezu wöchentlich wird ohne irgendeinen handfesten Grund künstliche Zuversicht für Afrikas wirtschaftliche Entwicklung verbreitet. Nach den “asiatischen Tigern” ist jetzt die Rede von den “afrikanischen Löwen oder Elefanten”. Argumente sind günstige Aktienbewertungen, Konjunkturprognosen und eine kleine Mittelschicht, denen mehr als 3000 Dollar pro Jahr(!) zur Verfügung stehen. Letztere würden einen riesigen Konsummarkt eröffnen. Nicht nur wer in Afrika lebt oder gelebt hat wird da Zweifel haben. Auch wird von einer politischen Stabilisierung gesprochen. Die 9 Staatsstreiche seit dem Jahre 2000 werden dabei geflissentlich übersehen. Enormes Potential wird bereits seit Jahren prophezeit. Doch die These, der Kontinent befände sich grundsätzlich auf gutem Wege, hält der Nachprüfung nicht stand. Investoren müssen schon sehr risikofreudig sein, wenn sie politische Instabilität , Rechts-und Investitionssicherheit , katastrophale Energieversorgung und hohen administrativen Aufwand außer acht lassen. Verbindliche Verträge und Vereinbarungen einer früheren Regierung sind nicht selten in das Belieben einer Nachfolgeregierung gestellt. Auch bei der gängigen Bewertung der menschlichen Entwicklung-Bildung, Gesundheit, gutes Regierungsmanagement, Korruptionsbekämpfung, Rechtssystem und Rechtskultur der Gesellschaft-schneiden viele afrikanische Staaten noch schlecht ab. Es fehlt in Afrika immer noch an transparenten Entscheidungsverfahren. Nicht selten entscheidet der Präsident selbst. Macht wird über informell und über klientelistische Netzwerke ausgeübt. Der “Doing Business Report” der Weltbank platziert die meisten Staaten auf den letzten Plätzen 100 bis 180. Ausnahme die üblichen Verdächtigen wie Südafrika, Botswana und Ruanda. In den anderen Staaten basiert das überdurchschnittliche Wachstum auf Rohstoffen und nicht auf einer solider Wirtschaftspolitik. Die hohen Exporterlöse kommen bei der Bevölkerung nicht an.Afrika bleibt ein Kontinent der Chancen. Aber ohne eine Verantwortung für das Gemeinwohl wird die Bevölkerung des Kontinents weiter verarmen. Volker Seitz, Autor “Afrika wird armregiert”

    Kommentar von Volker Seitz — 11. Mai 2012 @ 15:01

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