Anzeige
Anzeige
15. September 2015, 09:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fidelity: Dritte Deflationswelle hat Märkte im Griff

Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer für Aktien bei Fidelity Worldwide Investment, erläutert, warum die Krise bei Schwellenländern sich stärker auf die Weltwirtschaft auswirkt als früher und warum die Fed und andere Notenbanken mit der Zinserhöhungsrunde weiterhin warten sollte. 

Us-dollar-rossi in Fidelity: Dritte Deflationswelle hat Märkte im Griff

Dominic Rossi, Fidelity

Die globale Wirtschaft steht innerhalb nur eines Jahrzehnts vor der dritten Welle einer Deflation. Die beiden ersten Wellen hatten ihren Ursprung in den Industriestaaten: Zunächst die von den USA ausgehende Immobilien- und Finanzkrise 2008/2009 und dann 2011/2012 das drohende Auseinanderbrechen der Eurozone. Die aktuelle Krise ist in vieler Hinsicht eine klassische Schwellenländerkrise, ähnlich der von 1997. Allerdings ist der Einfluss auf die Wirtschaft der entwickelten Länder diesmal deutlich größer. Deflationäre Preiseffekte bahnen sich ihren Weg zunächst durch Rohstoff- und andere Warenmärkte. Vor allem aber wird die geringere Kaufkraft in den Schwellenländern negative Folgen haben für den globalen Handel und das Wirtschaftswachstum insgesamt.

Es wäre ein kostspieliger Fehler, wenn die Notenbanken in den USA und Großbritannien in diesem Umfeld die Zinsen wie geplant anheben würden. Denn die Probleme in den Schwellenländern würden sich dadurch vergrößern und die Weltwirtschaft weiter bremsen, was letztendlich auch negative Konsequenzen für die Aktienmärkte bedeuten würde. Die Notenbanken sollten deshalb geplante Zinserhöhungen zurückstellen. Die Märkte sind nicht in der Stimmung für politische Fehler, und die Fed sollte klar signalisieren, dass sie vorerst keine Zinsschritte erwägt.

Wachstum in Schwellenländern verlangsamt sich

Nochmal: Der Ursprung dieser Krise ist in den Schwellenländern zu finden, nicht an der Wall Street. Die schwächeren Währungen in Ländern wie Brasilien, Russland, Indonesien, Malaysia und China sind klare Anzeichen für ein langsameres Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern nach Jahren starken Wachstums und hoher nominaler Inflationsraten.

Auf der positiven Seite ist jedoch zu verbuchen, dass die Schwellenländer im Gegensatz zu ihrer Krise 1997 über größere Devisenreserven verfügen und viele der Staaten nun flexible Wechselkurse haben. Auch die Staatsschulden stellen kein großes Problem dar, so dass – anders als damals – ein Eingreifen des Internationalen Währungsfonds IWF oder gar ein Ausfall eines Landes viel unwahrscheinlicher ist.

Dennoch werden die Folgen der niedrigen Rohstoff- und Warenpreise deutlich ausfallen, das Schrumpfen der Kaufkraft in den Schwellenländern hat negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Dabei wird das Ausmaß größer sein als 1997, als die Schwellenländer noch nicht so stark in die Weltwirtschaft integriert waren. Dieses Mal dürfte die Schwäche der Schwellenländer die ‘Eiszeit’ global niedriger Zinsen verlängern.

In Innovationen investieren

Die deflationären Preiseffekte der aktuellen Schwellenländerkrise werden aufkeimenden Inflationsdruck mindestens ein Jahr auf Abstand halten. Investoren sollten in diesem Umfeld Aktien stark fremdfinanzierter Firmen unbedingt meiden. Stattdessen sollten sie sich auf Unternehmen mit hohen Cashflows und einer soliden Kapitalallokation konzentrieren, die zudem in der Lage sind, nachhaltig Dividenden an ihre Aktionäre auszuschütten.

Im aktuellen Umfeld ist es in meinen Augen am aussichtsreichsten, in Innovationen zu investieren. Speziell in Unternehmen aus den Sektoren Gesundheitswesen, Technologie und Medien. Es ist sinnvoll, die hohe Volatilität abklingen zu lassen und dann zu einer auf Fundamentaldaten gestützten Aktienauswahl zurückzukehren. Die erhöhten Marktschwankungen dürften anhalten bis die Fed Klarheit hinsichtlich ihrer Zinspolitik schafft.

Foto: Fidelity

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

“Das wird zu niedrigeren Versicherungsprämien führen”

Martin Wehner, Leiter Private Kfz-Versicherung bei der Allianz Versicherungs-AG, sagt wie sich das autonome Fahren auf Versicherungsprämien, Haftung und Wettbewerb auswirken könnte.

mehr ...

Immobilien

BVID-Vorstand kritisiert WIKR

Neue Kritik an der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR): Dr. Joachim Klare, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Immobilienfinanzierer (BVID), bemängelt, dass die Richtlinie den Baufinanzierungsmarkt ohne Not einschränke.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank betont Stärke

Die gewaltigen Probleme der Deutschen Bank alarmieren Börse und Politik. Feilen Bundesregierung und Finanzaufseher bereits an einem Rettungsplan für den Fall einer bedrohlichen Schieflage des größten deutschen Geldhauses? “Diese Meldung ist falsch. Die Bundesregierung bereitet keine Rettungspläne vor”, stellte das Finanzministerium am Mittwoch klar.

mehr ...

Berater

Auch Rat der EU fordert PRIIPs-Verschiebung

Nach dem EU-Parlament spricht sich auch der Rat der EU, also die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten, für eine Verschiebung der EU-Verordnung über Basisinformationsblätter aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity weiter auf Einkaufstour

Die Publity AG hat das zweite Fondsobjekt für den geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIF) „publity Performance Fonds Nr. 8“, der sich aktuell in der Platzierung befindet, erworben.

mehr ...

Recht

BaFin untersagt erneut unerlaubte Geschäfte

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Ahmed Salameh, Augsburg, mit Bescheid vom 12. September 2016 aufgegeben, das Einlagengeschäft sowie die Anlageverwaltung einzustellen und abzuwickeln.

mehr ...