28. November 2014, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Regulierung: Banken fehlt Kostenüberblick

In einem Drittel der deutschen Banken herrscht Ungewissheit, mit welchen Gesamtkosten die Umsetzung aktueller Regulierungen verbunden sind, so eine aktuelle Studie. Die Geldinstitute sehen demnach in der Erfüllung der Vorgaben zurzeit die größten Herausforderungen.

Banken ohne Kostenüberblick

Laut der Studie hat jede dritte Bank keinen Kostenüberblick über Regulierungsprojekte.

Deutsche Banken müssen sich an eine Vielzahl neuer Regelwerke anpassen, etwa die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) oder die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD II). Laut der Studie “Stauatlas: IT in der Bankenregulierung” des Software- und Beratungshauses PPI AG kann ein großer Teil der Institute die Kosten der Umsetzung dieser Vorgaben nicht genau einschätzen.

Für die Studie hat PPI 30 IT-Leiter in 30 verschiedenen Banken zum Stand der IT-Umstellungen befragt. Die Befragung wurde vom Marktforschungsinstitut Forsa nach der CATI-Methode (Computer Assisted Telephone Interview) von Juni bis Juli 2014 durchgeführt.

Gesamtkosten nicht absehbar

33 Prozent der Befragten konnten demnach keine Angaben zur Höhe der Kosten 2013 machen. Weitere 30 Prozent erwarten laut PPI Kosten in Höhe von mindestens eine Million Euro. Jede zehnte Bank komme nach eigenen Angaben sogar auf eine Summe von fünf Millionen Euro und mehr allein für das Jahr 2013.

Die abschließenden Gesamtkosten können  viele der Befragten noch nicht absehen, da eine Reihe von Anpassungen – beispielsweise an die Eigenkapitalreform (Basel III) und die Finanzmarktrichtlinie (Mifid II) – noch in Arbeit sind und voraussichtlich erst 2015 beendet werden, so die Studie.

Regulatorikprojekte als Herausforderungen

Sie Umsetzung der Vorgaben werden demnach von den Befragten als größte Herausforderung gesehen. An erster Stelle stehe dabei die Komplexität der Umsetzung, die 90 Prozent der Banken als großes Problem identifizieren. 83 Prozent beklagen zudem die Planungsunsicherheit für die Zukunft, da unbekannt sei, ob weitere Gesetzesnovellen folgen würden.

Hohe Anpassungskosten nennen 73 Prozent der Befragten als ein weiteres Hauptproblem. Dabei entfallen der Studie zufolge bei 60 Prozent der Banken mehr als ein Drittel der Kosten auf die IT. In jedem fünften Kreditinstitut sei mehr als die Hälfte der Kosten direkt der IT zuzuordnen.

“Die Regulatoren stellen die Geldhäuser vor ein großes Dilemma”, sagt Thomas Reher, Studienleiter und Vorstand bei PPI. “Einerseits müssen sie rechtzeitig die Umsetzung der Projekte planen, um sich einen ungefähren Überblick über die Aufwände zu verschaffen. Andererseits führt die Komplexität der Projekte dazu, dass verfrühte Planungen oft hinfällig werden.” Eine frühzeitige Planung ist aus der Sicht des IT-Experten trotzdem unverzichtbar. “Dabei sollten unbedingt Experten aus allen betroffenen Geschäftsbereichen mit am Tisch sitzen”, so Reher. (jb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Bafin: Mehr Beschwerden von Versicherungskunden

Tausende Versicherungskunden haben sich im vergangenen Jahr wieder bei der Finanzaufsicht Bafin beschwert. 7.985 Fälle bearbeitete die Behörde bis Ende 2016, wie eine Bafin-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das waren etwas mehr als im Vorjahr mit 7.843 Fällen.

mehr ...

Immobilien

BGH-Urteil: Altersvorsorge mit Eigenheim vor Elternunterhalt

Tilgungsleistungen für das Eigenheim können neben den Zinsen bis zur Höhe des Wohnvorteils vom Einkommen des Elternunterhaltspflichtigen abgezogen werden. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Börsenfusion zwischen London und Frankfurt offenbar geplatzt

Die geplante Fusion zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) ist anscheinend gescheitert. Die Aktie des Dax-Konzerns verliert im Montagshandel deutlich.

mehr ...

Berater

Bafin-Beraterregister: “Normalisierung des Beschwerdeaufkommens”

Im vergangenen Jahr wurden fast 5.200 Beschwerden von Bankkunden an das Mitarbeiter- und Beschwerderegisters der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) gemeldet. Damit sind rund 700 Bescherden weniger als im Vorjahr eingegangen.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

Lebensversicherungen von der Steuer absetzen: Was ist zu beachten?

Die Lebensversicherung zählt nach wie vor zu einer der beliebtesten Vorsorgeversicherungen in Deutschland. Sie zählt aus steuerlicher Sicht zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und kann damit bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Gastbeitrag von Dr. Viktor Becher, Getsurance

mehr ...