Anzeige
Anzeige
27. September 2012, 08:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungstarife: Wie Vermittler Haftungsrisiken vermeiden

Eine passende Tarif-Empfehlung für den Kunden abzugeben gestaltet sich für den Vermittler nicht immer einfach und birgt Haftungsrisiken. Welche gesetzlichen Anforderungen sind zu beachten und wie gelingt der
Durchblick im Tarif-Dschungel?

Versicherungsvertragsgesetz

Mirko Theine, Geschäftsführer ascore Das Scoring

Bei der Beratung stellt der Gesetzgeber hohe Anforderungen an den Vermittler. Gegenüber seinen Kunden ist er angehalten, den Tarif auszuwählen, der am besten zu den Anforderungen des Kunden passt. Neben der Analyse der individuellen Situation des Kunden, unter Berücksichtigung seiner Wünsche und Ziele sowie der Feststellung der Anlagementalität, gilt es, den bestmöglichen Tarif herauszufinden.

Gemäß Paragraf 60 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz muss der Versicherungsmakler seinem Rat eine hinreichende Zahl von auf dem Markt angebotenen Tarifen und Versicherern zugrunde legen.

Dokumentation ist entscheidend

Darüber hinaus ist auf Basis fachlicher Kriterien eine Empfehlung dahin abzugeben, welcher Versicherungstarif geeignet ist, die Bedürfnisse des Versicherungsnehmers zu erfüllen. Der Mehrfachagent muss nicht den gesamten Markt selektieren, jedoch dieselbe Auswahlentscheidung innerhalb seines angebotenen Produktportfolios treffen.

Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderung ist die Dokumentation dieses Vorgehens von Bedeutung, da der Vermittler andernfalls riskiert, für seine Produktauswahlentscheidung in die Haftung genommen zu werden.

Dass der Gesetzgeber die Anforderungen an die Produktauswahl ernst nimmt, hat ein Urteil des Landesgerichts Itzehoe vom 29. Oktober 2009 gezeigt, welches sich mit den Pflichten der Versicherungsmakler bei Lebensversicherungen befasste (LG Itzehoe, Urt. vom 29. 10. 2009 – AZ.: 7 O 27/09).

Ein Versicherungsmakler wurde im Rahmen einer Immobilienfinanzierung zu Schadensersatz verurteilt, da er seinen Kunden in der Auswahl des Versicherers falsch beraten hatte.

Der Makler hatte dem Kunden einen Versicherer empfohlen, der im Vergleich zu marktführenden Anbietern eine zu geringe Ablaufleistung hatte. Der Kunde hatte mit seiner Lebensversicherung eine Immobilie mit endfälliger Tilgung finanziert und sei somit auf einen leistungsstarken Anbieter angewiesen gewesen.

Interessant ist die Urteilsbegründung, die klarstellt, dass der Makler allein deshalb auf Schadensersatz hafte, weil er den Kunden bei der Auswahl des Versicherers falsch beraten habe. Zur Beratungspflicht gehöre es, diejenige Versicherung vorzuschlagen und zu vermitteln, die bestmögliche Ergebnisse erwarten lasse.

Langfristige Prognosen schwierig

Die Notwendigkeit einer gesetzeskonformen Produktauswahl liegt auf der Hand, bleibt die Frage nach den passenden Mitteln, um den Anforderungen nachzukommen. Die Anforderung ist gemäß Paragraf 60 Abs. (1) Versicherungsvertragsgesetz klar definiert: Eine hinreichende Zahl von auf dem Markt angebotenen Tarifen und Versicherern muss nach fachlichen Kriterien untersucht werden.

Seite zwei: Auswahl des besten Angebotes

Weiter lesen: 1 2 3 4

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...