14. Februar 2013, 11:19

Studie: Versicherer wollen näher an den Kunden

Der Kunde soll wieder König sein: Mehr als zwei Drittel der Versicherer in Deutschland investieren in Maßnahmen zur Kundenbindung und -gewinnung. 84 Prozent investieren zudem in Vertriebs- und Kommunikationswege. Laut einer aktuellen Studie liegt die Assekuranz damit über dem Durchschnitt aller Branchen.

Kundenbeziehungsmanagement: Versicherer wollen besser werden

In keine anderen Bereiche investiere die Assekuranz häufiger, teilt das Hamburger Beratungshaus Steria Mummert Consulting mit, das die Studie “Managementkompass Neue Geschäftsmodelle” in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut erstellt hatte.

“Bevorzugte Vertriebswege teuer und ineffizient”

“Die Versicherungsbranche hat erkannt, dass ihre bevorzugten Vertriebswege über Makler und Angestellte im Außendienst sehr teuer und ineffizient sind”, sagt Steria-Mummert-Beraterin Petra Weber. Das liege in erster Linie daran, dass viele Versicherer das Wissen über ihre Kunden und deren Bedürfnisse noch nicht systematisch und umfassend genug nutzen würden, so Weber.

Kundenbeziehungsmanagement im Fokus

Nach Meinung der Berater bauen viele Versicherer deshalb jetzt ihr analytisches Kundenbeziehungsmanagement aus. Durch moderne Softwarelösungen plane die Assekuranz, ihre Kundendaten mit automatisierten Prozessen zu analysieren und so aufzubereiten, dass sie für Zusatzverkäufe und den Absatz höherwertiger Produkte genutzt werden können. Sie ermöglichten den Vertriebsmitarbeitern somit, den “werthaltigen Kunden das passende Angebot zu machen und Marketingaktivitäten effektiver zu gestalten”, heißt es.

Oftmals Umbau der IT-Landschaft notwendig

Damit das funktionieren könne, sei oft ein umfassender Umbau der IT-Landschaft notwendig, erklären die Studienmacher. “Viele Versicherer verwenden für jeden Vertriebskanal, wie Online, Call-Center und persönliche Gespräche, eine eigene Software”, sagt Expertin Weber. “Die Daten zu einzelnen Kunden sind dabei auf mehrere Datenbanken verteilt, die nicht ausreichend miteinander vernetzt sind – häufig ist nicht einmal klar, dass es sich bei verschiedenen Einträgen um ein und denselben Kunden handelt.” Deswegen fordern die Berater, dass die Versicherer die bisherigen Insellösungen aufgeben müssten und die Daten in einer einheitlichen Anwendung zusammenfassen sollten. Erst danach sei eine systematische Analyse möglich.

Kunden werden anspruchsvoller

Die Konsolidierung der Daten sei auch notwendig, um neuen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden: So würden die Versicherten erwarten, dass sie über jeden Kommunikationskanal gleichermaßen kompetent und umfassend informiert werden, betont Weber. Mit der bisherigen, zerstückelten IT-Landschaft sei das bei vielen Versicherern aber unmöglich.

Social-Media-Kanäle wichtiger Entwicklungstreiber

Insbesondere bei jungen Neukunden spielten in dieser Hinsicht auch die sozialen Medien eine entscheidende Rolle. Auch das habe die Branche erkannt, loben die Berater: Zu fast zwei Dritteln sehen die Versicherer Social-Media-Kanäle als wichtigen technischen Treiber für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle an. (lk)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai 2016 im Handel.

Cash. 05/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflege: Kampf gegen die Pflegelücke – Mehr Schub für Sachwerte – Bausparen – Integration schafft Investition

1 Kommentar

  1. Wer Social Media als “technischen Treiber für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle” sieht, soll es lassen.

    Wer via Social Media eine persönliche Beziehung zu seinen Kunden aufbauen möchte, der hat’s verstanden.

    – Hans Steup

    Kommentar von Hans — 18. Februar 2013 @ 19:14

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Axa steigert Umsatz im ersten Quartal leicht

Der französische Versicherer Axa ist anders als der Konkurrent Allianz mit einem leichten Umsatzplus ins laufende Jahr gestartet. Angaben zum Gewinn machte Axa nicht.

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Aufholprozess im Osten

Auf den ersten Blick liegt die Wohneigentumsquote der neuen Bundesländer mit 36 Prozent deutlich hinter der Quote im Westen (46 Prozent). Diese Statistik verdeckt jedoch den tatsächlichen Aufholprozess, wie eine Analyse des Immobilienforschungsinstituts Empirica in Zusammenarbeit mit LBS Research ergibt.

mehr ...

Investmentfonds

Gibt die Fußball-EM der Börse einen Kick?

Bei Fußballwelt- und -europameisterschaften versucht die Finanzindustrie seit einigen Jahren, den späteren Sieger anhand von finanzmathematischen Modellen zu prognostizieren. Sicher ist, dass Fußballgroßereignisse  so bedeutend sind, dass ihr Einfluss auf die Börse von Interesse ist. Gastkommentar von Udo Rieder, KSW Vermögenswerwaltung AG.

mehr ...

Berater

“Das Beratungskonzept ist entscheidend”

Margit Winkler, Inhaberin des Instituts Generationenberatung, hat mit Cash.Online über die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe 50plus in Bezug auf Produkte und Beratung gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

7×7 kündigt neue Produkte an

Die 7×7 Unternehmensgruppe will nach Angaben ihres Geschäftsführers Andreas Mankel ab Sommer wieder Nachrangdarlehen anbieten, mit denen auch Projekte in den Bereichen Fotovoltaik und Windkraft finanziert werden sollen.

mehr ...

Recht

Finanzmarktwächter erneut auf Irrwegen

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hessen zählt geschlossene AIF zum “Grauen Kapitalmarkt” – und disqualifiziert sich damit selbst.

Der Löwer-Kommentar

mehr ...