24. Juli 2014, 12:09

Maues BU-Neugeschäft: Experten fordern Umdenken

Das Analysehaus Franke & Bornberg (F&B) hat seine Kritik erneuert, wonach die Entwicklung der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) an den meisten Verbrauchern “vorbeisteuert”. Gleichwohl gebe es unter Maklern eine steigende Bereitschaft, sich mit Alternativprodukten zur BU auseinanderzusetzen. Dies hätten aktuelle Umfragen von F&B gezeigt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Maues Neugeschäft erfordert Umdenken

Michael Franke: “Waren in 2012 noch nicht einmal 20 Prozent der Makler bereit, sich mit Alternativen zu BU zu beschäftigen, so trifft dies inzwischen für die Mehrheit der Makler zu.”

Die Analysten von Franke & Bornberg kritisieren, dass die BU schon seit Jahren nicht mehr an der positiven Entwicklung der Beschäftigungszahlen teilnehme. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, so F&B, dass sich die Entwicklung der BU-Verträge zu weit von den Bedürfnissen der meisten Verbraucher abgesetzt habe.

Man habe bereits im Januar 2013 vor dieser Situation gewarnt, teilt das Analysehaus mit – und sieht sich durch die jüngst vermeldeten Branchenzahlen bestätigt: “In den letzten Jahren hatte sich die BU im Neugeschäft gegen den Gesamttrend der Lebensversicherung gestemmt. Im Neugeschäft 2013 aber verliert die BU –Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) und selbständige BU (SBU) – insgesamt deutlich.” (siehe Grafik 1)

Berufsunfähigkeitsversicherung: Maues Neugeschäft erfordert Umdenken

Das Neugeschäft 2013 verlief bei Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BUZ) und bei selbständigen BUs (SBU) rückläufig.

Schwaches BU-Neugeschäft bei verbesserter Stornoquote

Die Bestandszahlen der BU-Verträge seien anders als das Neugeschäft schon seit Jahren stagnierend bis leicht rückläufig, erklären die BU-Experten, was auf hohe Stornierungsraten schließen lasse. F&B-Geschäftsführer Michael Franke sieht jedoch Anzeichen für eine Wende zum Besseren: Demnach hätten sich die BU-Bestände im vergangenen Jahr standfester als in den Vorjahren gezeigt. “Mehr Verbraucher behalten ihre Verträge”, konstatiert Franke. “Dieser Trend muss sich fortsetzen.”

“Es gibt viele sinnlose Verträge”

Den steigenden Trend setze auch die durchschnittlich versicherte Rente fort: BUZ-Verträge lagen 2013 durchschnittlich bei 551 Euro im Monat, bei SBU-Verträgen wird die 1.000er Marke laut F&B mit 990 Euro Monatsrente knapp verfehlt. Im ungewichteten Durchschnitt aller BU-Verträge beträgt die monatliche Rente 771 Euro (siehe Grafik 2).

“Diese Werte machen deutlich, dass es viele sinnlose Verträge gibt”, kritisiert Franke. Da BU-Renten auf Sozialleistungen wie Hartz IV angerechnet werden, entlaste eine kleine BU-Rente bestenfalls die Sozialsysteme. Dies könne als Beratungsfehler angesehen werden, heißt es.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Maues Neugeschäft erfordert Umdenken

BUZ-Verträge lagen 2013 durchschnittlich bei 551 Euro Rente im Monat, bei SBU-Verträgen sind es 990 Euro Monatsrente.

Seite zwei: Umdenken bei Maklern setzt ein

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ab dem 16. Juni im Handel.

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Vertrauensbildung für die Rente auf dem Smartphone

In der Altersvorsorge brauchen wir rasch eine unabhängige Datenplattform – das Thema wird in der Rentendiskussion zu wenig beachtet.

Die Weirich-Kolumne

mehr ...

Immobilien

TAG bietet vorzeitigen Umtausch einer Wandelanleihe

Der Vorstand der TAG Immobilien AG hat heute mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Angebot zur vorzeitigen Wandlung aller ausstehenden 5,5 Prozent Wandelschuldverschreibungen beschlossen.

mehr ...

Berater

Finanzberatung: “Für mich war sehr schnell klar, dass ich an die ‘Front’ will”

Eine neue Generation erhält Einzug in die Finanzberatung. Cash. sprach mit Eva Lienkamp, seit knapp fünf Jahren Finanzberaterin bei Swiss Life Select in Lienen, über die Anfänge ihrer Karriere in der Finanzdienstleistungsbranche.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH Nordbank überträgt Schiffskredite an Länder

Die HSH Nordbank hat planmäßig zum 30. Juni 2016 ein Portfolio notleidender Altkredite aus der Schiffsfinanzierung  an die HSH Portfoliomanagement der Mehrheitseigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein übertragen.

mehr ...

Recht

WIKR wirft weiterhin Fragen auf

Die am 21. März 2016 in Kraft getretene EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) wurde sehr spät von der deutschen Legislative umgesetzt. Seit Kurzem steht nun fest, welche Behörde in welchem Bundesland für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis nach §34i GewO zuständig ist. Weiterhin undurchsichtig, bleibt der Nachweis der Beratungstätigkeit “Alte Hasen”.

mehr ...