Sagard: Disziplin statt Tempo entscheidet künftig im Private Equity

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Zwei Geschäftsleute geben sich im warmen Gegenlicht eines Büros die Hand, im Hintergrund eine unscharfe grün ansteigende Kursgrafik.
KI-generiert mit OpenAI
Zweitmarkt-Transaktionen können helfen, Kapitalflüsse wirkungsvoller zu lenken und Auszahlungen an Investoren zu erleichtern (KI-Symbolbild)

Sagard sieht den Private-Equity-Markt im Umbruch: Höhere Kapitalkosten und selektivere Exits verschieben den Fokus auf reale Kapitalrückflüsse. Private Equity Secondaries und Disziplin im Portfoliomanagement gewinnen laut Sagard-Manager Mark Zünd an Bedeutung - was das für Anleger heißt.

Der Vermögensverwalter Sagard hat in Zürich eine neue Ausgabe seiner „Private Equity Insights“ veröffentlicht. Darin erläutert Mark Zünd, der bei Sagard die Position Head of Private Equity Solutions innehat, einen strukturellen Wandel im globalen Private-Equity-Markt. Gestiegene Finanzierungskosten, längere Haltezeiten und ein wählerischeres Exit-Umfeld verlagern demnach die zentrale Fragestellung für Investoren.

Es geht demnach nicht mehr allein darum, wie viel Kapital in Beteiligungen fließt. Entscheidend sei vielmehr, wie dieses Kapital zuverlässig an die Investoren zurückkehrt. Private Equity Secondaries und reale Kapitalrückflüsse rücken dabei stärker in den Vordergrund.

Höhere Kapitalkosten verändern die Spielregeln

Zünd vergleicht die Marktveränderung mit einem veränderten Gravitationsfeld. „Die Gesetze der Physik haben sich nicht verändert - wohl aber das Gravitationsfeld“, sagt er. In der Niedrigzinsphase sorgten günstige Finanzierungen, steigende Bewertungen und ein dynamisches Exit-Umfeld für Rückenwind. Unter den heutigen Bedingungen brauche es dagegen über den gesamten Investmentzyklus hinweg deutlich mehr Disziplin.

Erfolgreiches Private Equity entscheidet sich damit nicht mehr allein beim Einstieg in eine Beteiligung. Ausschlaggebend sind laut Zünd ein tragfähiger Wertschöpfungsplan, die laufende Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen sowie glaubwürdige Exit-Strategien.

DPI und Private Equity Secondaries gewinnen an Bedeutung

Gegenüber reinen Bewertungskennzahlen wie dem TVPI gewinnt die Kennzahl DPI an Gewicht. Sie steht für Distributed to Paid-In Capital. Die Kennzahl zeigt, wie viel Kapital tatsächlich an die Investoren zurückgeflossen ist, statt nur den rechnerischen Wert eines Portfolios abzubilden.

Private Equity Secondaries bezeichnen den Zweitmarkt für Fondsanteile und Beteiligungen. Laut Sagard kann ihr gezielter Einsatz helfen, Kapitalflüsse wirkungsvoller zu lenken und Auszahlungen an Investoren zu erleichtern. Für Berater, die Private-Equity-Programme vermitteln, rückt damit die Liquidität über Private Equity Secondaries stärker in den Fokus.


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Small- und Mid-Market-Fonds im Vorteil

Sagard sieht gerade im Small- und Mid-Market weiterhin attraktive Investitionschancen. Gemessen an großvolumigen Buyout-Deals weisen mittelständische Unternehmen vielfach günstigere Einstiegsbewertungen auf. Hinzu kommen Potenzial für organisches Wachstum und ein breiteres Spektrum an Exit-Wegen.

Viele Mittelständler verfügen über Entwicklungspotenzial, etwa durch Digitalisierung, Internationalisierung, Zukäufe über Buy-and-Build-Strategien oder eine professionellere Führung. Nicht wenige sind zudem in Nischenmärkten aktiv oder werden weiterhin von ihren Gründern geleitet. Der Wertzuwachs resultiert damit immer stärker aus der betrieblichen Weiterentwicklung der Unternehmen selbst und immer seltener aus vorteilhaften Bedingungen an den Kapitalmärkten.

Sagard weist zugleich auf Risiken hin. Schwankende Märkte, operative Hürden und schwierigere Finanzierungsbedingungen machen eine sorgfältige Auswahl von Unternehmen und Fondsmanagern notwendig.

Künstliche Intelligenz prägt den Investmentprozess zunehmend

Neben dem veränderten Marktumfeld gewinnt aus Sicht von Sagard auch Künstliche Intelligenz an Einfluss auf Private-Equity-Investitionen. KI kann Unternehmen dabei helfen, Prozesse zu automatisieren, Entscheidungen zu beschleunigen, Betrug früher zu erkennen und neue Produktideen zu entwickeln.

Gleichzeitig können sich gerade bei Software- und Technologieunternehmen bestehende Wettbewerbsvorteile innerhalb einer üblichen Haltedauer deutlich verschieben. Sagard rät deshalb dazu, Künstliche Intelligenz nicht als einzelnes Anlagethema zu behandeln. Vielmehr soll sie den kompletten Investmentzyklus unterstützen - angefangen beim Underwriting über die operative Wertschöpfung bis hin zur Planung des Exits.

Künftiger Erfolg von Fondsmanagern hängt von Disziplin ab

Das veränderte Marktumfeld dürfte die Unterschiede zwischen Fondsmanagern laut Sagard weiter vergrößern. Erfolg hängt künftig weniger davon ab, wie schnell Kapital investiert wird oder wie groß ein Fonds ist. Entscheidend werden stattdessen ein diszipliniertes Underwriting, aktives Portfoliomanagement und operative Wertschöpfung. Hinzu kommt die Fähigkeit, Kapital über verschiedene Marktphasen hinweg verlässlich an Investoren zurückzuführen.

Sagard richtet sich an institutionelle Investoren

Sagard Private Equity Solutions richtet sich an institutionelle Investoren und Private-Wealth-Kunden in Nordamerika, Europa und Asien und verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 23 Milliarden US-Dollar an kombinierten Private-Equity-Vermögenswerten. Die Muttergesellschaft Sagard verwaltet den Angaben zufolge als globaler Multi-Strategy-Manager für alternative Anlagen insgesamt mehr als 45 Milliarden US-Dollar.

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