Allianz Trade: Deutsche Exporteure bleiben auf Wachstumskurs

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Allianz-Trade-Umfrage: Deutsche Exporteure erwarten Wachstum, sehen aber höhere Risiken bei Handel, Lieferketten und Zahlungen.

Trotz Nahostkonflikt, Handelskrieg und wachsender Unsicherheit rechnen viele deutsche Exporteure weiter mit steigenden Auslandsumsätzen. Die neue Allianz-Trade-Umfrage zeigt aber auch: Hinter dem Optimismus wachsen die Risiken.

Trotz eines Jahres Handelskrieg, einer verschärften geopolitischen Lage und des Konflikts im Nahen Osten zeigen sich Exporteure weltweit widerstandsfähig. Das geht aus der fünften „Allianz Trade Global Survey 2026“ hervor, für die im Februar und März 2026 rund 6.000 Unternehmen in 13 Märkten befragt wurden. Weltweit rechnen 75 Prozent der Unternehmen 2026 weiterhin mit wachsendem Exportgeschäft.

„Die Allianz Trade Global Survey zeigt, dass 75 % der Exporteure für 2026 weiterhin ein positives Exportwachstum erwarten“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade. „Die Auswirkungen des Nahostkonflikts scheinen sich demnach in Grenzen zu halten (-6 Prozentpunkte, pp; Deutschland: -1pp), insbesondere im Vergleich zum Zollschock von 2025, als die Erwartungen um 40pp zurückgingen. Dennoch ist dieser Optimismus weiterhin fragil und könnte schnell schwinden, sollte sich der Konflikt hinziehen.“


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Gleichzeitig verschiebt sich der Risikoblick der Unternehmen. Für 65 Prozent der weltweit Befragten sind geopolitische und politische Risiken inzwischen die größte Bedrohung. Lieferausfälle und Engpässe bei Vorleistungen folgen mit 57 Prozent. Der Konflikt belastet zudem die Handelsfinanzierung: Immer mehr Unternehmen berichten von längeren Zahlungszielen und steigenden Ausfallrisiken.

Exportwachstum trotz neuer Belastungen

In Deutschland fällt der Optimismus sogar noch etwas stärker aus als im weltweiten Durchschnitt. 83 Prozent der befragten Unternehmen erwarten trotz der Eskalation im Nahen Osten steigende Exportumsätze. 41 Prozent gehen in den kommenden zwölf Monaten von einem moderaten Wachstum zwischen 2 und 5 Prozent aus.

Mit Blick auf den US-Handelskrieg ist die Stimmung jedoch deutlich gedämpfter. 49 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen auch 2026 mit negativen Folgen. Damit sind sie skeptischer als andere europäische Exporteure, bei denen die Werte zwischen 39 und 44 Prozent liegen. Nur chinesische Unternehmen blicken mit 50 Prozent noch pessimistischer auf die Entwicklung.

„Der Widerstandsfähigkeit der deutschen Exporteure stehen große Risiken gegenüber“, sagt Dr. Björn Griesbach, Head of Macroeconomic and Capital Markets Research bei Allianz Trade. „Angesichts des US-Handelskriegs und der Eskalation im Nahen Osten sind geopolitische Unsicherheiten (67 %) wenig überraschend erneut das Top-Risiko, das deutsche Exporteure um den Schlaf bringt, gefolgt von Lieferkettenrisiken. Fast die Hälfte der deutschen Exportunternehmen geht zudem von einer schlechteren Zahlungsmoral (47 %) und steigenden Zahlungsausfällen aus (40 %) aus.“

Lieferketten bleiben unter Druck

Viele Unternehmen reagieren bisher eher mit Anpassungen als mit tiefgreifendem Umbau. Seit Beginn des Handelskriegs haben 80 Prozent der deutschen Exporteure ihre Handelsrouten und Lieferketten verändert. Zugleich denkt fast die Hälfte wegen drohender Exportverluste und des wachsenden Wettbewerbs aus China über weitere Verschiebungen der Warenströme nach.

Im Mittelpunkt möglicher Reaktionen stehen der Ausbau von Geschäft in geopolitisch enger verbundenen Ländern, die Entwicklung neuer Produkte sowie stärkere lokale Partnerschaften und ein robusteres Risikomanagement. Rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen prüfen zudem ihre Pläne für Produktionsstätten im Ausland neu oder verschieben sie.

Weltweit setzen Unternehmen vor allem auf mehr Lagerhaltung, neue Absatzmärkte und zusätzliche Lieferanten. Auch alternative Transportwege gewinnen an Bedeutung. Europa und Asien gelten dabei zunehmend als bevorzugte Wachstumsregionen, während die USA für viele Exporteure an Attraktivität verlieren. Nach Angaben von Allianz Trade wollen 93 Prozent der weltweit befragten Unternehmen, in Deutschland sogar 95 Prozent, im Rahmen neuer Freihandelsabkommen expandieren. Als besonders interessante Märkte rücken Indien, Brasilien, Vietnam und Frankreich in den Vordergrund.

Die vollständige Exportumfrage Allianz Trade Global Survey finden Sie beigefügt sowie hier: https://www.allianz-trade.de/content/dam/onemarketing/aztrade/allianz-trade_de/dokumente/2026-04-08-allianz-trade-global-trade-survey-2026.pdf

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