Altersarmut: Warum jede zweite Frau finanzielle Engpässe erwartet

Foto: KI-generiert (ChatGPT)
KI-generiertes Symbolbild.

Frauen in Deutschland sorgen sich deutlich stärker um ihre finanzielle Lage im Alter als Männer. Fast jede Zweite hält ihre Absicherung für unzureichend. Eine aktuelle Verivox-Umfrage zeigt, wie groß die Unterschiede sind – und worin die Ursachen liegen.

Fast jede zweite Frau in Deutschland bewertet ihre finanzielle Absicherung im Alter als schlecht oder sehr schlecht. 47 Prozent schätzen ihre Situation entsprechend ein, weitere zehn Prozent sind unsicher. Unter Männern erwartet gut jeder Dritte, dass das Geld im Ruhestand nicht ausreicht. 57 Prozent zeigen sich dagegen optimistisch.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsportals Verivox anlässlich des „Equal Pay Days“ am 27. Februar 2026 hervor. Insgesamt fürchten 61 Prozent der Deutschen, sich im Rentenalter finanziell einschränken zu müssen. Bei den Frauen liegt der Anteil mit 66 Prozent deutlich höher als bei den Männern mit 55 Prozent.


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Mit zunehmendem Alter wächst die Sorge vor Altersarmut. Bei den 18- bis 29-jährigen Frauen befürchten 39 Prozent finanzielle Engpässe im Ruhestand. In der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren steigt der Anteil auf 47 Prozent, bei den 50- bis 79-Jährigen auf 50 Prozent. Auch bei Männern nehmen die Sorgen mit dem Lebensalter zu, bleiben jedoch in allen Altersgruppen unter dem Niveau der Frauen.

Altersarmut trifft Frauen besonders häufig

„Auch wenn Fragen der Altersvorsorge in jungen Jahren eher selten im Vordergrund stehen, wächst mit zunehmendem Lebensalter die Sorge vor Altersarmut. Gerade Frauen in der Lebensmitte stehen dabei häufig unter mehrfachen finanziellen Belastungen“, sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox. „Teilzeitphasen, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und geringere Einkommen schränken den Spielraum für eine ausreichende Altersvorsorge ein.“

Besonders skeptisch blicken geschiedene, verwitwete und alleinlebende Menschen auf ihre finanzielle Zukunft. 46 Prozent von ihnen bewerten ihre Altersvorsorge als schlecht. Noch ausgeprägter ist die Sorge in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro. Hier rechnen 59 Prozent mit finanziellen Engpässen im Alter. Mit steigendem Einkommen nimmt die Angst vor Altersarmut spürbar ab.

Private Vorsorge hängt stark vom Einkommen ab

Zwar geben 67 Prozent der Befragten an, privat vorzusorgen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Bei Frauen bleibt der monatliche Sparbetrag jedoch häufig überschaubar. Jeweils 21 Prozent legen zwischen einem und 50 Euro beziehungsweise zwischen 51 und 100 Euro zurück. Mehr als 200 Euro sparen lediglich neun Prozent der Frauen regelmäßig für die Altersvorsorge.

Männer investieren deutlich häufiger höhere Beträge. 18 Prozent zahlen monatlich mehr als 200 Euro in ihre private Altersvorsorge ein – mehr als doppelt so viele wie bei den Frauen.

Als wichtigste Ursachen für eine unzureichende Altersabsicherung nennen 48 Prozent der Frauen ihr geringes Einkommen. Unter Männern sehen 37 Prozent darin einen Hauptgrund. Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit gelten für 43 Prozent der Frauen als zentrales Hindernis, bei Männern sind es 29 Prozent. „Weil Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und im Durchschnitt weniger verdienen, entsteht eine finanzielle Ungleichheit, die bis ins Rentenalter bestehen bleibt“, sagt Melanie Ulbrich.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im Januar 2026 insgesamt 1.014 Personen online. Die Stichprobe ist den Angaben zufolge bevölkerungsrepräsentativ und basiert auf einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden.

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