Am Markt für japanische Staatsanleihen (JGB) haben die Renditen für längerfristige Laufzeiten Rekordhochs erreicht. Wie es weitergehen könnte, skizziert Naoki Kamiyama, Chief Strategist bei Amova AM:
„Zuletzt war es die Aussicht auf Neuwahlen, welche die Rendite 30-jähriger JGB nach oben trieb. Denn wenn die Regierungspartei ihre Machtposition festigt, sind fiskalische Anreize wahrscheinlicher. Hinzu kommt die Erwartung, dass die Bank of Japan (BOJ) ihre Geldpolitik weiter normalisieren und ihre Anleihekäufe reduzieren wird – und dass ausländische Investoren präsenter werden. Von Januar bis November 2025 entfiel bereits mehr als die Hälfte des Handelsvolumens mit JGB auf ausländische Investoren.
Langfristig bestimmen diese jedoch (noch) nicht die Renditeentwicklung, da sie lt. BOJ-Zahlen nur einen geringen Anteil der JGB halten. Die Besorgnis über die Finanzpolitik von Takaichi (lockere Finanzpolitik, höhere Verschuldung, JGB-Kreditrisiken) dürfte ein Hauptgrund für ausländische Investoren gewesen sein, japanische Anleihen zu verkaufen.
Kurzfristig kann der Vorsprung der Regierungspartei bei den vorgezogenen Neuwahlen die Marktstimmung beeinflussen. Das größte Augenmerk wird jedoch darauf gerichtet sein, ob die Regierung dem Rentenmarkt ihr Bekenntnis zu einer „verantwortungsvollen, proaktiven Fiskalpolitik” statt zu wahllosen Ausgaben vermitteln kann.“




