“Die jüngsten Ereignisse am Private-Credit-Markt haben Fragen hinsichtlich möglicher Ausstrahlungseffekte auf die Aktienmärkte aufgeworfen“, sagt Ross Cartwright, Lead Strategist bei MFS Investment Management.
“Die Auswirkungen auf Aktien sind weitgehend indirekter Natur und wirken sich eher über Bewertungen, Wachstumserwartungen und die Marktstimmung aus als durch ein unmittelbares Bilanzrisiko. Ein großer Teil der privaten Kredite profitiert von strukturellen Absicherungen. Viele semi-liquide Vehikel begrenzen die Rücknahme von Anteilen, was es den Managern ermöglicht, Abflüsse über einen längeren Zeitraum zu steuern, anstatt Vermögenswerte zu Notverkaufspreisen veräußern zu müssen. Auch wenn dies für Schlagzeilen sorgt, trägt es dazu bei, die Portfolios trotz erhöhter Abflüsse zu stabilisieren.
Private-Credit-Strategien sind zudem in der Regel gut besichert, wobei die Kreditgeber in der Kapitalstruktur vorrangig vor Aktien bedient werden. Folglich dürften Geschäftsbanken erst bei deutlich höheren Ausfallraten in Verbindung mit schwachen Recovery-Raten beeinträchtigt werden. Angesichts ihrer vorrangigen Stellung als Schuldner innerhalb der Kapitalstruktur und ihres vergleichsweise geringen Engagements würden Verluste der Banken erst nach erheblichen Abschreibungen in den zugrunde liegenden Portfolios entstehen – Bedingungen, die derzeit aus unserer Sicht nicht erkennbar sind.
Dennoch haben die Aktienmärkte begonnen, Zweitrunden-Effekte einzupreisen. Die Aktienkurse börsennotierter Asset Manager alternativer Anlagen sind gesunken, weil Anleger deren Wachstum, die Gebührensicherheit und die Aussichten für Private Markets neu bewerten. Geringere Zuflüsse und Abflüsse sowie Rücknahmeforderungen von Privatanlegern haben die Perspektive für die Wachstumserwartungen an den Private Markets verändert.
Diese Dynamik ist für wachstumsorientierte Aktiensegmente wie Software von Bedeutung, wo Bewertungen oft von privatem Kapital und einer fortwährenden Risikobereitschaft abhängen. Da sich die Wachstumserwartungen für Private Markets neu justieren, legen Anleger größeren Wert auf die Nachhaltigkeit des Cashflows als auf zusätzliche Finanzierungen. Für Aktienanleger lautet die Botschaft, auf Ausgewogenheit zu achten. Die derzeitigen Spannungen bei Private Credit sind kein systemisches Aktienrisiko. Sie unterstreichen jedoch die Notwendigkeit einer gezielten Auswahl, bei der Bewertungen von der Qualität der zugrunde liegenden Vermögenswerte und dem anhaltenden Wachstum der Private Markets abhängen.”












