Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die Ergebnisse seines aktuellen Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleichs vorgelegt. Für das SBU-Rating 2026 nahm das Institut insgesamt 61 Tarife von 36 Anbietern unter die Lupe und prüfte sie anhand von knapp 100 Kriterien. Dabei zeigt sich: Die Versicherer erweitern die Möglichkeiten zur Nachversicherung, und Teilzeitklauseln gehören inzwischen zum Standard vieler Tarife.
Wer eine BU-Versicherung abschließt, bindet sich meist für viele Jahre. In dieser Zeit verändern sich Einkommen, berufliche Tätigkeit und familiäre Situation häufig. Neben Beitrag und Leistungsumfang rückt deshalb die Möglichkeit, den Vertrag später anzupassen, stärker in den Fokus.
Mehr Anlässe für die Nachversicherung
Bei den Nachversicherungsgarantien haben die Anbieter laut IVFP nachgelegt. Zu den klassischen Anlässen zählen Heirat, Geburt eines Kindes oder beruflicher Aufstieg. Immer mehr Tarife erlauben zudem eine höhere BU-Rente nach einer Gehaltssteigerung. Welche Voraussetzungen und Grenzen dabei im Einzelfall gelten, legt jeweils der Vertrag fest.
Auch Teilzeitklauseln haben sich laut IVFP in den vergangenen Jahren stark verbreitet. Inzwischen finden sie sich in einem großen Teil der untersuchten Tarife. Die Bewertungsmaßstäbe und ihre Gewichtung im Teilbereich Flexibilität hat das Institut hingegen kaum angepasst, obwohl sich die Vertragsbedingungen der Versicherer kontinuierlich weiterentwickeln.
Ergebnisse für sechs Berufsgruppen im Überblick
Der aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich des IVFP zeigt deutliche Unterschiede zwischen Serviceversicherern und Direktanbietern. Das Institut betrachtet kaufmännische Berufe, Selbstständige, Studierende, Auszubildende sowie medizinische und handwerkliche Berufe. Die Bestnote „Exzellent“ erreichen Serviceversicherer dabei deutlich häufiger als Direktanbieter.
| Berufsgruppe | Serviceversicherer: „Exzellent“ | Direktanbieter: „Exzellent“ |
|---|---|---|
| Studierende | 20 | 1 |
| Selbstständige | 15 | 1 |
| Auszubildende | 15 | - (fünf Tarife, alle „Gut“) |
| Medizinische Berufe | 14 | 2 |
| Handwerkliche Berufe | 14 | 2 |
| Kaufmännische Berufe | 13 | 2 |
Unter den Serviceversicherern erzielen im Segment der Studierenden 20 Tarife das Spitzenurteil „Exzellent“, weitere 20 werden mit „Sehr gut“ bewertet. Die fünf untersuchten Auszubildenden-Tarife der Direktanbieter erreichen durchweg das Urteil „Gut“.
So setzt sich die Gesamtnote zusammen
Die Gesamtnote im IVFP-Rating ergibt sich aus vier Teilbereichen. Mit der Hälfte der Gewichtung schlägt der Bereich Preis-Leistung zu Buche, Unternehmen und Flexibilität tragen jeweils ein Fünftel bei, auf Transparenz und Service entfallen zehn Prozent.
Im Zuge des Ratings 2026 hat das IVFP die Zahl der Beitragsmusterfälle im Bereich Preis-Leistung verringert. Nicht mehr berücksichtigt werden der in Ausbildung befindliche Bankkaufmann, der angestellte Rechtsanwalt sowie der Elektrotechnikstudent. Als Grund nennt das Institut die geringen Beitragsunterschiede, die sich bei diesen Musterfällen gezeigt hätten.
Für Auszubildende bleibt der Verkäufer-Musterfall bestehen, während für die Gruppe der Studierenden weiterhin der BWL-Musterfall herangezogen wird. In der Berufsgruppe der kaufmännischen Angestellten setzt das IVFP nach wie vor auf den angestellten Bankkaufmann, dem es einen zusätzlichen Musterfall mit Übergewicht zur Seite stellt. Sämtliche sechs Berufsgruppen sind damit weiterhin im Rating vertreten. Der Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich bleibt damit nach Angaben des Instituts aussagekräftig.
Im Bereich Transparenz und Service hat das IVFP drei Einzelkriterien herausgenommen. Entfallen sind die Bewertung von Gestaltung und Inhalt des Werbematerials, von Gliederung und Layout sowie vom Umfang der Versicherungsbedingungen. Das Institut begründet dies mit der zunehmend digitalen Kommunikation der Versicherer. Zudem verzichtet es auf Kriterien, deren Bewertung stark von subjektiven Einschätzungen abhängt. Die Gesamtnoten blieben durch die Streichung unverändert.
Das IVFP weist nicht jede einzelne Tarifvariante gesondert aus, damit die Ergebnisse übersichtlich bleiben. Wichtige Tarifmerkmale fließen dennoch in die Bewertung der Bereiche Preis-Leistung und Flexibilität ein.
Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich als Orientierung für die Beratung
Ein Vergleich der Versicherungsbedingungen allein bildet nach Einschätzung des IVFP nicht alle Aspekte der Tarifwahl ab. Deshalb ergänzt das Institut die Analyse um standardisierte Musterfälle. Damit lassen sich Beiträge für unterschiedliche berufliche und persönliche Ausgangssituationen vergleichen.
Das IVFP veröffentlicht die Ergebnisse mit den Qualitätsurteilen „Exzellent“, „Sehr gut“, „Gut“ und „Befriedigend“. Innerhalb der jeweiligen Gesamtnoten listet das Institut die Versicherer alphabetisch. Die vollständigen Ratingergebnisse stehen auf der Website des IVFP zur Verfügung. Über das Vergleichsportal Fairgleichen.net lassen sich Tarife zusätzlich nach persönlichen Bedürfnissen gegenüberstellen.













