Transkript des Videos:
Löwer: [00:00:00] Herr Auel, wir haben gerade den 15. Cash-Branchengipfel Sachwertanlagen hinter uns. Was nehmen Sie als wichtigsten Eindruck oder wichtigste Informationen vom Cash-Branchengipfel mit?
Auel: Ja, erstmal Glückwunsch. 15 Jahre ist ja schon fast eine Art Jubiläum und beim Sachwertegipfel finde ich, sieht man erstmal, dass es eine faszinierende Welt ist aus ganz verschiedenen Asset-Klassen.
Wir haben Immobilienanbieter, Private Equity dabei, Zweitenmarktanbieter, auch aus dem erneuerbaren-Energien-Bereich. Und das wäre auch generell die Message von mir, das Learning von dem Tag: Diese Assets reagieren unterschiedlich in Marktphasen und Berater oder Kunden sollten wirklich ein gestreutes Portfolio anbieten aus verschiedenen solcher Sachwerte. So wird ein Schuh draus auch aus den verschiedenen Vorteilen der verschiedenen Assetklassen.[00:01:00] Das wäre immer auch meine Message nach so einem Sachwertegipfel. Da gibt es nicht das eine große Superthema, sondern mischen Sie verschiedene Sachwerte zusammen, machen Sie wirklich einen Portfolioansatz. Gerade auch für Privatanleger wäre das das Entscheidende aus meiner Sicht.
Löwer: Sie sind ja nur auf Private Equity, Dachfonds spezialisiert. Wie ist die aktuelle Situation in Ihrer Assetklasse, also in Ihrem Zielmarkt?
Auel: Ja, ganz genau. Private Equity ist ein breiter Begriff. Da wählen wir nur die besten Zielfonds aus, mit Fokus auf Europa und Amerika. Ein bisschen investieren wir auch in Asien. Und dann sind wir dabei auch nur in einem Teilmarktsegment unterwegs, nämlich wirklich Lower-Mid-Market, das heißt Mittelstandsfirmen, die 5 bis 25 Millionen Jahresgewinn machen.
Und da wählen wir wirklich die absolut spezialisierten Zielfonds in dem Bereich aus. Und da haben wir ein erfolgreiches Jahr. Wir werden an Privatanleger wieder 18 Ausschüttungen tätigen und über 130 Millionen dieses Jahr ausschütten Das heißt, wir sehen weiterhin gute Rückflüsse in unserem Teilsegment, auch deutlich mehr [00:02:00] Aktivität in dem Mittelstandssegment als in dem Mega- oder Large-Cap-Buyout-Segment.
Unsere Zielfonds sind so vielleicht um die 500 bis 800 Millionen groß und in dem Mega-Segment sind wir schon bei Fonds, die 5 oder 10 Milliarden groß sind. Die haben deutlich mehr Exit-Schwierigkeiten. Wir im Mittelstand sehen Aktivität, was sich dann wiederum auch bei uns in guten Rückflüssen an die Anleger dann zeigt.
Löwer: Viel Raum eingenommen hat beim Branchengipfel bei unserer Diskussion natürlich der Vertrieb. Wie gut läuft der Eigenkapitalvertrieb bei MPE?
Auel: Ich bin zufrieden dieses Jahr. Wir werden auf einem hohen Jahresergebnis von 2023 am Ende des Jahres wahrscheinlich rauskommen. Letztes Jahr hatten wir einen Sondereffekt durch die Schließung, das war außergewöhnlich positiv bei unserem Faktschliff-Fonds. Den schließen wir dieses Jahr nicht. Der ist ja immer zweieinhalb Jahre im Vertrieb. Dadurch ist es für uns eingeplant, dass wir ein bisschen weniger platzieren als letztes Jahr im Privatanlegerbereich. Das ist aber trotzdem eine sehr erfolgreiche Größe.
Und wir [00:03:00] akquirieren auch weiterhin neue Partner, sei es Finanzberater oder auch Banken oder Vertriebsgesellschaften. Da gibt es also für uns nur positives zu berichten. Aber es ist harte Arbeit, das ist ganz klar. Wir sind ja ein Anbieter von langfristigen Produkten. Private Equity: nicht jeder kennt auch diese Anlageklasse schon und da müssen wir schon Arbeit reinstecken auch das zu erklären und dann wieder auch unseren spezifischen Fokus zu erklären
Löwer: Private Equity ist ja in letzter Zeit auch öfter mal in den breiteren Medien was ja wohl auch mit trade republic zu tun hat. Was ist der Unterschied zu dem Angebot von Munich Private Equity?
Auel: Ja, wir sind erstmal fokussiert auf den Finanzberater. Wir glauben gerade auch bei längerfristigen komplexen Anlagen, dass der Privatanleger gut beraten ist, sich beraten zu lassen, indem der Finanzberater auch dort eine Portfoliostruktur mit dem Kunden gemeinsam erarbeitet.
Trade Republic lagert das ja quasi an den Kunden aus und sagt dem Kunden, wir stellen dir eine Plattform, verschiedene Möglichkeiten, [00:04:00] du bist selber verantwortlich im Grunde, dir eine Struktur zu bauen. Da mag es auch Kundengruppen geben, die das machen und für die das Angebot dann gut ist. Wir setzen auf den Finanzberater und wir machen auch vom Asset etwas anderes im Private Equity, als Trade Republic aktuell anbietet.
Sie fokussieren sich aktuell noch auf sehr, sehr große Mega-Buyout-Fonds, die dann eben wirklich die eben genannten 10 Milliarden plus Fonds sind, die dann auch sehr große Firmen kaufen. Wir setzen da eben auf die mittelgroßen Firmen weil wir dort auch flexibler sind, was den Verkauf dieser Firmen sieht.
Da müssen Sie nicht unbedingt eine Firma an die Börse bringen, sondern haben verschiedene Wege, solche Mittelständler zu verkaufen. Das halten wir für robuster und das sieht man jetzt auch in dieser Marktphase, dass wir in der Lage sind, gute Rückflüsse auszuschütten aus diesem Segment. Und daher setzen wir auch darauf.
Löwer: Zum Schluss noch ein kurzer Blick in die Zukunft. Wie ist Ihre Prognose für 2026?
Auel: Ja, wir kriegen weiter in dem Sinne Rückenwind als Private Equity [00:05:00] Anbieter, weil das Thema Private Markets und Private Equity gerade in den Medien, ich spreche ja hier mit einem Medienvertreter, aber auch in größeren Medien, breiteren Medien, Mediengruppen vermarktet wird, die Angebotspalette an Private-Market-Produkten steigt, was automatisch schon die Aufmerksamkeit von Beratern, Banken, aber auch Kunden steigert.
Das heißt, wir gehen dadurch in mehr Gespräche rein, was ich natürlich total begrüße, führt aber weiterhin ändert es nichts daran, dass man sehr viel Aufklärungsarbeit machen muss zu dem Thema Private Equity. Und dass der Markt breiter wird bei der Angebotspalette und damit der Finanzberater aber auch genauer hinschauen muss, was die Vor- und Nachteile und Charakteristika von den einzelnen Angeboten sind.
Löwer: Vielen Dank für das Gespräch
Auel: Immer gerne.
Foto: MPE/Stefanie Aumiller/Adobe Stock/Collage: Cash.












