Cyberpolicen: „Einige Versicherer werden das eventuell nicht überleben“

Cyberpolicen können Versicherer in die Pleite treiben. Davor warnte Jens Krickhahn, Cyberspezialist beim Allianz-Industrieversicherer AGCS, auf der Konferenz „Versicherung und Internet“, wie die veranstaltende „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet.

Dabei nimmt auch für deutsche Firmen das Risiko immer weiter zu, Opfer von Cyber-Attacken zu werden
Auch für deutsche Firmen nimmt das Risiko immer weiter zu, Opfer von Cyber-Attacken zu werden.

„Wer alles ungefiltert versichert, wird bei der nächsten Attacke mit Erpressungssoftware tief in die Tasche greifen müssen. Einige Versicherer werden das eventuell nicht überleben“, zititert das Blatt den Allianz-Experten.

Krickhahn schätzt laut SZ, dass momentan nur 7.000 Firmen in Deutschland eine Cyberpolice abgeschlossen haben – bei 3,6 Millionen potenzieller Firmenkunden. „Das entspricht einer Marktabdeckung von 0,002 Prozent.“ In den USA liege sie dagegen bei 30 bis 35 Prozent.

Nicht nur Großunternehmen betroffen

Dabei nimmt auch für deutsche Firmen das Risiko immer weiter zu, Opfer von Cyber-Attacken zu werden – und betroffen sind nicht nur Großunternehmen wie die Deutsche Bahn. Laut „Hiscox Cyber Readiness Report 2017“ verzeichneten 54 Prozent der deutschen Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern innerhalb eines Jahres einen oder mehrere Datensicherheitsvorfälle. Der geschätzte Schaden lag im Durchschnitt zwischen 22.000 und 28.000 Euro.

„Die Anzahl der schlecht gegen Cyber-Attacken gerüsteten Unternehmen in Deutschland ist erschreckend hoch“, kommentierte Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter von Hiscox Deutschland, die Studienergebnisse. (kb)

Foto: Shutterstock

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