Deutsche Privatanleger senken Erwartungen an KI und die „Magnificent 7“ – Rohstoffe profitieren

Foto: ChatGPT
Studie zeigt sinkende Erwartungen an KI-Aktien und Tech-Werte, während Rohstoffe, insbesondere Gold, an Bedeutung gewinnen.

Die Stimmung unter deutschen Privatanlegern dreht sich: Während Erwartungen an KI-Aktien und große Tech-Konzerne sinken, gewinnen Rohstoffe an Bedeutung. Besonders Gold rückt stärker in den Fokus. Was hinter dem Stimmungswandel steckt, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Die Euphorie rund um KI-Aktien und die sogenannten „Magnificent 7“ lässt unter deutschen Privatanlegern nach. Das zeigt der aktuelle Retail Investor Beat der Trading- und Investmentplattform eToro. Für die quartalsweise Studie wurden rund 1.000 Privatanleger in Deutschland befragt.

Der Umfrage zufolge erwarten derzeit nur noch 42 % der Befragten, dass KI-Aktien im Jahr 2026 steigen werden. Das ist der niedrigste Wert seit der ersten Datenerhebung im vierten Quartal 2024. Zum Vergleich: Im vorherigen Quartal hatten noch 53 % der Befragten mit steigenden Kursen gerechnet.


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Auch das Vertrauen in die sogenannten „Magnificent 7“ lässt nach. Nur noch 46 % der Befragten erwarten, dass diese Tech-Schwergewichte den Gesamtmarkt im Jahr 2026 übertreffen werden. Drei Monate zuvor war noch eine Mehrheit (57 %) von einer solchen Outperformance ausgegangen.

Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 27. Februar 2026 durchgeführt und fand somit vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten statt.

Pascal Nörrenberg, Managing Director DACH bei eToro, sagt: „Nach der starken Rally der vergangenen Jahre kehrt bei vielen Privatanlegern eine gewisse Ernüchterung ein. KI bleibt zwar langfristig ein zentrales Thema für die Finanzmärkte, doch die Erwartungen an die großen Tech-Unternehmen sind mittlerweile sehr hoch. Wenn Bewertungen derart steigen und Kapital sich dabei auf nur wenige Aktien konzentriert, kann die Stimmung schnell kippen, wenn das Marktumfeld unsicherer wird.“

Nörrenberg weiter:  „Gleichzeitig hat sich das geopolitische Umfeld deutlich verschlechtert. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten und die daraus resultierende Volatilität bei den Energiepreisen zeigen, wie schnell externe Faktoren die Finanzmärkte beeinflussen können. Mit den Ölpreisen steigen auch die Inflationssorgen und die Unsicherheit für Anleger weltweit. In solchen Phasen werden Investoren oft vorsichtiger und hinterfragen Anlagethemen, die zuvor äußerst populär waren.“

Deutsche Privatanleger erhöhen ihr Engagement in Rohstoffen


Rohstoffe gewinnen in den Portfolios deutscher Privatanleger weiter an Bedeutung. Der Anteil der Investoren mit Rohstoffpositionen stieg von 37 % im vierten Quartal 2025 auf aktuell 40 %. Damit wird der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung im dritten Quartal 2023 erreicht.

Unter den Rohstoffinvestoren ist Gold mit Abstand der am häufigsten gehaltene Vermögenswert: 73 % sind investiert. Silber wird von 41 %, Öl von 25 %, Kupfer von 21 % und Erdgas von 13 % gehalten.

Nörrenberg ergänzt: „Rohstoffe rücken bei immer mehr Privatanlegern wieder in den Fokus. Besonders Gold wird in unsicheren Marktphasen häufig als stabilisierender Anker im Portfolio gesehen. Viele Anleger nutzen Rohstoffe zur Diversifikation, aber eben auch als potenziellen Schutz vor Inflation und geopolitischen Risiken.“

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