Deutschlands Wirtschaft stagnierte im Jahr 2025. Das Bruttoinlandsprodukt lag nur um schmale 0,2 Prozent höher als im Vorjahr. Das überrascht kaum. Zur bekannten Strukturschwäche der deutschen Industrie gesellte sich in 2025 noch die Unsicherheit durch die erratische Zollpolitik der USA. Zudem konnten die von der Politik beschlossenen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung bis Jahresende noch keine spürbare Wirkung entfalten.
Immerhin: Zum Jahresschluss verbesserten sich erste konjunkturelle Signale. Die Industrieproduktion und Auftragseingänge stiegen leicht an, was auf eine allmähliche Belebung hindeutet. Die fiskalischen Impulse könnten im vierten Quartal bereits erste Effekte gezeigt haben.
Die Chancen stehen gut, dass sich der positive Jahresschluss in 2026 fortsetzt. Die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung kommen dann bei den Unternehmen an und die regulatorischen Rahmenbedingungen aus Brüssel werden unternehmensfreundlicher ausgestaltet. Deutschland sollte sich deshalb in 2026 vom Relegationsplatz ins gesicherte Mittelfeld der europäischen Wachstumsliga vorarbeiten. Für dieses Jahr erwarten wir eine Verbesserung des Bruttoinlandsprodukts von immerhin 1,2 Prozent.
Autor Michael Herzum ist Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment.










