Herr Saal, was muss Ihrer Ansicht nach ein Wohngebäudetarif heute für ein positives Rating bieten?
Saal: Unverzichtbar ist die Absicherung der Grundrisiken Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Essenziell sind die Zusatzbausteine Elementarschäden, Absicherung von Wärmepumpen, Photovoltaik-/Solaranlage sowie der Ertragsausfall einer Photovoltaik-/Solaranlage, gleitender Neuwert und grobe Fahrlässigkeit. Und die Absicherung der Wasserrohre – meist als Zusatzbaustein. Natürlich muss aber immer der individuelle Absicherungsbedarf im Fokus stehen, das heißt, was ist Bestandteil des Hauses und muss versichert werden.
Welche Möglichkeiten sehen Sie, um die Prämiengestaltung im Sinne des Preis-Leistungs-Verhältnisses verständlich und vergleichbar zu machen?
Saal: Sehr sinnvoll ist natürlich die Nutzung eines Vergleichstools, wie M&M Office von Morgen & Morgen. Was braucht der Kunde wirklich, was kann er sich leisten. Die Analyse der Leistungskriterien und Prämieninformationen, inklusive der Zusatzbeiträge für kostenpflichtigen Erweiterungen, sind für die Vergleichbarkeit unersetzlich. Nur so ist die Entscheidung für das beste Preis-Leistungsverhältnis möglich.
Und welche Möglichkeiten gibt es für Bestandskunden?
Saal: Bei Bestandstarifen sollten die Leistungen regelmäßig dahingehend überprüft werden, ob sie zu optimieren sind. Hier bietet Morgen & Morgen den Tarifoptimierer. Er analysiert die Leistungsstärke bestehender Verträge im direkten Vergleich mit aktuellen Tarifen. Unterschiede werden objektiv und nachvollziehbar bewertet. So ist gleich ersichtlich, ob der aktuelle Tarif den heutigen Anforderungen noch gerecht wird – oder ob eine Alternative die bessere Wahl wäre.
Halten Sie die von der Bundesregierung angedachte Plicht zur Elementarschadenversicherung für sinnvoll?
Saal: Eine Elementarschadenspflicht ist sinnvoll und in vielen Teilen Deutschland auch auf Grund der unterschiedlichen Gefahrenzonen, HGK und ZÜRS, finanziell leistbar. Die Kosten in Hochrisikogebieten sind aber für viele Kunden eine Herausforderung. Der Grund für eine Verpflichtung einer Elementarschadenversicherung hat sicher haushälterische Erwägungen. In der Vergangenheit musste bei Naturkatastrophen immer der Staat unterstützen, da die Wohnungseigentümer nicht ausreichenden Versicherungsschutz hatten – aktuell sind nur etwa 57 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden versichert.
Wie sollte Ihrer Meinung nach das Opt-out bei der Pflichtversicherung geregelt werden?
Saal: Die Möglichkeit aktiv, also auf eigene Gefahr, zu widersprechen, könnte die Umsetzbarkeit und Akzeptanz in der Bevölkerung steigern. Es sollte aber bei der Abwahlmöglichkeit deutlich aufgezeigt werden, welche Konsequenzen ein Opt-out hat. Spring der Staat im Ernstfall dann noch ein und unterstützt finanziell, obwohl der Kunde sich explizit gegen eine Absicherung entschieden hat? Eine andere Option die Elementarversicherung für alle bezahlbar zu machen, wäre der Kollektivgedanke, das heißt, man könnte die Prämien für Gebäude mit niedrigerem Risiko erhöhen und damit die teuren Risiken subventionieren.
Präventionsmaßnahmen gelten derzeit als Schlüssel, um die angespannte Situation in der Wohngebäudeversicherung zu lösen. Wie sehen Sie das?
Saal: Präventionsmaßnahmen beziehungsweise gefahrmindernde Maßnahmen, wie Hochwasserschutzbarrieren sind sinnvoll. Eine Beteiligung der Versicherer an den Kosten für Präventionsmaßnahmen wird nicht umsetzbar sein. Kunden müssten hier in „Vorleistung“ gehen. Versicherer könnten dann aber die Präventionsmaßnahmen bei der Prämienansetzung berücksichtigen.
Das Interview führte Cash. Autorin Silvia Fischer. Sie ist Dipl. Betriebswirtin und Finanzjournalistin (FJS)













