Erste AM: Brasilien fundamental fit

Investoren sollten vor allem die fundamentalen Daten Brasiliens beachten, die langfristig für ein Engagement in Brasiliens Wirtschaft sprechen, meinen die Fondsgesellschaften Erste Asset Management und BBVA Asset Management.

Erste Asset Management sieht langfristig Potenzial in Brasilien.

Die BBVA Asset Management managt für die Erste Asset Management das Lateinamerika-Aktienportfolio im Espa Stock Global Emerging Markets; rund 19 Prozent des Aktienportfolios sind derzeit in Lateinamerika investiert.

In Brasilien seien mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen am 5. Oktober auch die Aussichten auf in Zukunft stabilere Arbeitslosenraten, ein Anziehen des Inlandskonsums durch höhere Löhne sowie verbesserte Wettbewerbsbedingungen in der mächtigen Agrarindustrie und zahlreiche Infrastrukturprojekte verbunden.

Halbe Billion US-Dollar für Infrastruktur

Allein zwischen 2014 und 2017 will Brasilien rund 559,6 Milliarden US-Dollar in Infrastrukturprojekte investieren, der Ausbau von Flughäfen, Straßen, Häfen und Pipelines hat dabei oberste Priorität. Es ist davon auszugehen, dass ausländische Direktinvestitionen weiter stark steigen werden, erwarten die Investmentexperten.

Kurzfristig vertraut das Fondsmanagement des Espa Stock Global Emerging Markets auf eine Erholung der Börsen und damit auf zyklische Titel wie Finanzdienstleister, Basisindustriewerte, Industrie- und Energiewerte (ohne Öl) und zyklische Konsumaktien. Deutlich untergewichtet werden derzeit defensive Konsumwerte, Telekomtitel und Energieversorger.

Neben den Chancen sollten aber auch mögliche Risiken für Brasiliens Wirtschaft nicht außer Acht gelassen werden: Zu den bremsenden Faktoren zählen demnach das schwächer als erwartete Wirtschaftswachstum, steigende Energiepreise und die anhaltenden soziale Proteste.

Günstig bewertete Börsen

Nach einem schwachen Aktienjahr werden den lateinamerikanischen Börsen nun wieder Mittel zufließen. Die Zentralbanken haben demnach noch Spielraum ihre Geldpolitik zu lockern, Zinssenkungen seien möglich.

Zudem seien die lateinamerikanischen Aktienbörsen im historischen Vergleich günstig bewertet, einzig die mexikanische sei aufgrund des Reformoptimismus der Investoren und des dadurch auf fünf Prozent angestiegenen Wachstumspotenzials relativ teuer.

Das verzerre die Bewertung der Region Lateinamerikas mit anderen Regionen. Diese Einschätzung beruht auf einer Analyse von Federico Galassi, CIO Pan-Lateinamerika der BBVA Asset Management.

Laut BBVA-Analyse bestimmen die folgenden Faktoren die Investmentthemen in Lateinamerika: Zum einen sei dies eine wachsende Mittelschicht und damit verbunden ein zunehmender Inlandskonsum. Zum anderen seien umfangreiche Infrastrukturprojekte in der Region geplant. Außerdem sorge die zunehmende Integration der Länder für wirtschaftliche Impulse.

Foto: Shutterstock

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