ESG-Abfrage: „Nicht die Hebel, mit denen sich private Ersparnisse lenken lassen“

Helge Lach
Foto: DVAG
Helge Lach

Wie ist das Stimmungsbild in der Bevölkerung zu nachhaltigen Geldanlagen? Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) hat dazu die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Winter 2023/24 vorgelegt.

Fragt man die Menschen danach, ob sie das Kriterium Nachhaltigkeit bei der letzten Geldanlageentscheidung berücksichtigt haben, nimmt die Relevanz im Zeitablauf leicht ab. Stimmten im Sommer 2022 noch 40,6 Prozent der Befragten zu, sind es aktuell nur noch 37,5 Prozent. Umgekehrt spielt Nachhaltigkeit bei 62,5 Prozent Prozent der Anleger explizit keine Rolle. Immer mehr (50,9 Prozent) sehen im Thema lediglich eine Modeerscheinung (Winter 2020/21: 46,8 Prozent). Befragt wurden circa 2000 Personen in Deutschland.


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„Man muss klar konstatieren, dass politischer Wille und Verhalten der Bevölkerung nicht übereinstimmen. Bislang hat die Regulierung der Finanzbranche in Richtung Nachhaltigkeit bei den privaten Geldanlagern wenig bewirken können“, stellt Prof. Dr. Michael Heuser fest, wissenschaftlicher Direktor des Diva.

Dr. Helge Lach, Vorsitzender des BDV Bundesverband Deutscher Vermögensberater, einer der Trägerverbände des Diva, ergänzt: „Das mehr oder weniger politisch erzwungene Angebot nachhaltiger Geldanlagen und die gesetzliche Verpflichtung der Berater, den Kunden darauf ansprechen zu müssen, sind nicht die Hebel, mit denen sich private Ersparnisse lenken lassen. Vielmehr scheint es in breiten Bevölkerungskreisen immer noch viel Misstrauen zu geben.“

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