Fed belässt Zinsen unverändert – Marktreaktion bleibt verhalten

Fed-Chef Jerome Powell
Foto: picture alliance / Xinhua News Agency | Hu Yousong
Fed-Chef Jerome Powell

Die US-Notenbank tritt bei den Zinsen auf die Bremse. Erstmals seit Monaten belässt die Federal Reserve den Leitzins unverändert. Für den Devisenmarkt kommt die Entscheidung nicht überraschend, der Euro bleibt stark.

Eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes und eine anhaltend hohe Inflation haben die US-Notenbank erstmals seit Monaten zur Beibehaltung des Leitzinses bewogen. Das Zinsniveau bleibt damit bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Es gebe derzeit anhand vorliegender Daten keinen Grund für eine Zinssenkung, sagte Fed-Chef Jerome Powell bei einer Pressekonferenz.

Auf den Euro-Dollar-Kurs hatte die Zinsentscheidung keine großen Auswirkungen. Der Euro hatte am Tag zuvor bereits aufgrund irritierender Aussagen von US-Präsident Donald Trump deutlich gegenüber dem Dollar zugelegt. Dass der Euro nach Bekanntgabe des Leitzinses auf dem Niveau verblieb, dürfte auch damit zusammenhängen, dass eine Mehrheit der Volkswirte mit einem stabilen Zins gerechnet hatte und die Entscheidung bereits eingepreist war.

Deutsche und Bürger anderer Euroländer, die eine Reise in die USA planen oder beim Online-Shopping in Dollar bezahlen, bekommen derzeit mit rund 1,19 Dollar pro Euro etwas mehr umgetauscht als noch vor wenigen Tagen. 


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US-Präsident Trump hatte sich unbeirrt von der jüngsten Schwäche der Landeswährung gezeigt. Stattdessen behauptete er, dass sich der Dollar „hervorragend“ entwickelt habe. Auf die Frage eines Journalisten, ob er sich Sorgen über den Kursverlust mache, antwortete Trump: „Nein, ich glaube, es ist großartig.“ Er verwies auf die Geschäfte, die die USA machten, ohne Details zu nennen.

Kurz nach Bekanntwerden der Kommentare stieg der Euro gegenüber dem Dollar, in der Folge bekam man für einen Euro gut 1,20 Dollar. Auch Gold legte zum US-Dollar kräftig zu und erreichte ein Rekordhoch.

Das Nachsehen haben indes die US-Amerikaner, für die Reisen ins Ausland tendenziell teurer werden. Für Importe, die nicht in Dollar beglichen werden, zahlen US-Unternehmen nun etwas mehr als noch vor ein paar Tagen.

Für das laufende Jahr rechnen Volkswirte damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken dürfte – also bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Bis zum Sommer dürfte sich allerdings kaum etwas am derzeitigen Leitzins ändern, vermutet LBBW-Research-Analyst Elmar Völker: „Wir rechnen derzeit nicht vor der Fed-Sitzung im Juni, der ersten unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell, mit einer erneuten Leitzinssenkung.“ (dpa-AFX)

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