Fed und EZB: Märkte stellen sich auf härteren Ton der Notenbanken ein

Foto: ChatGPT
Für Fed und EZB brechen schwierige Zeiten an.

Vor den anstehenden Notenbankentscheidungen rücken die Erwartungen an Fed und EZB erneut in den Mittelpunkt. BayernInvest-CIO Daniel Kerbach skizziert, warum beide Institute vorerst vorsichtig bleiben könnten. Entscheidend ist dabei nicht nur der Zinsausblick.

Fed: „Unser Fokus liegt auf der Bewertung der Auswirkungen des Iran-Konflikts und höherer Ölpreise auf die geldpolitische Einschätzung der Fed. Es ist zu erwarten, dass die US-Notenbank ihre Projektionen für Wachstum und Inflation leicht nach oben anpasst. Gleichzeitig dürfte Fed-Chef Jerome Powell betonen, dass die Fed weiterhin im ,Abwarten-und-Beobachten‘-Modus bleibt – zumal sein Nachfolger ernannt ist. Die Geldmärkte haben ihre Erwartungen für Zinssenkungen in den USA deutlich reduziert. Dadurch ist kein Zinsschritt zu erwarten, sprich die Spanne bleibt voraussichtlich bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Aktuell ist für dieses Jahr weniger als eine vollständige Zinssenkung am Markt eingepreist, was sich mit unserer Erwartung deckt.“

EZB: „Das EZB-Treffen steht besonders im Fokus, nach einer deutlich aggressiveren Veränderung der Markterwartungen. Die Märkte rechnen inzwischen mit fast zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Daher sehen Ökonomen das Risiko, dass die EZB eine hawkische (restriktivere) Botschaft sendet. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte eine Zinserhöhung beim nächsten Treffen nicht gänzlich ausschließen. Zudem könnte sie signalisieren, dass der nächste Zinsschritt eher eine Erhöhung als eine Senkung sein könnte. Trotz der kurzfristig restriktiveren Erwartungen gehen Ökonomen weiterhin davon aus, dass die EZB-Zinsen bis 2027 auf unter 2,0 Prozent sinken.“

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