Die unsichere Weltlage und der steigende CO2-Preis lassen die Energiekosten perspektivisch immer weiter steigen. Doch um diese Kosten zu senken, muss nicht unbedingt die Heizung ausgetauscht werden. Eine vergleichsweise kostengünstige Einsparmaßnahme ist der Fenstertausch. Denn veraltete Fenster lassen viel Heizenergie nach draußen entweichen.
Für die Frage, wann sich der Austausch lohnt, gibt VFF-Geschäftsführer Frank Lange folgende Faustregel: „Eine energetische Fenstersanierung ist ökonomisch immer dann zu empfehlen, wenn die vorhandenen Fenster vor 1995 eingebaut wurden. Die Sanierungskosten amortisieren sich in der Regel über die eingesparten Energiekosten. Aber auch jüngere Fenster können getauscht werden. Denn neue Fenster bieten zahlreiche Mehrwerte wie verbesserten Schallschutz oder sommerlichen Wärmeschutz z. B. durch Sonnenschutzglas.“
Doch wer sich für einen Fenstertausch entscheidet, steht vor der Frage: Sollte man auf moderne Fenster mit zwei oder drei Gläsern setzen? Der VFF gibt einen Überblick.
Dreifachverglasung: Die wirtschaftliche Wahl
Im Neubau kommt heute nahezu ausschließlich Dreifach-Isolierglas zum Einsatz. Auch in der Sanierung ist die Dreifachverglasung aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten immer zu empfehlen. Denn nur mit Dreifachglas lässt sich der Wärmedämmwert erreichen, der für eine staatliche Förderung notwendig ist. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind das ein Direktzuschuss von bis zu 20 Prozent oder alternativ eine Steuerabschreibung von 20 Prozent der Kosten über drei Jahre.
Wichtig: Wer im Altbau auf Dreifachverglasung setzt, sollte die Außenwände in den Blick nehmen. Sind diese nach der Sanierung nämlich schlechter gedämmt als die neuen Fenster, kann Feuchtigkeit an den kälteren Wandflächen kondensieren. Dann droht Schimmel. Die gute Nachricht ist: Dem lässt sich mit einem fachgerechten Fensteranschluss und dem passenden Lüftungskonzept entgegenwirken.
VFF-Geschäftsführer Frank Lange rät: „Dreifachverglasung ist dank hervorragender Energieeffizienz und staatlicher Förderung die ökonomische Lösung. Und mit der richtigen Planung gelingt die Sanierung auch im Altbau. Deshalb sollten sich Bauherren vor dem Einbau unbedingt an einen Energieeffizienz-Experten oder Fenster-Fachbetrieb wenden.“
Zweifachverglasung: Eine Option für Sonderfälle
Die Zweifachverglasung hat einen Vorteil: Zwei Scheiben sind deutlich leichter und im Querschnitt dünner als eine Dreifachverglasung. Mit Dünnglas und Vakuum-Isolierung erreichen sie ähnlich hohe Effizienzwerte. So eignen sich diese Lösungen besonders für Teilsanierungen, wenn der Fensterrahmen erhalten bleiben soll und nur das Glas getauscht wird. Gerade bei denkmalgeschützten Fenstern, deren Rahmen nur für eine Einfachverglasung ausgelegt ist, eignen sich dünne Zweifachverglasungen.
Woran erkennt man gutes Fensterglas?
Fensterglas ist ein Qualitätsprodukt, das in Europa strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen muss. Die verpflichtende CE-Kennzeichnung bestätigt, dass das Produkt die geltenden Anforderungen erfüllt. Als zusätzliches Qualitätsmerkmal gilt das RAL-Gütezeichen. Es geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, insbesondere bei der Überwachung der verwendeten Materialien, der Produktion und der Genauigkeit der angegebenen Wärmedämmwerte sowie der langfristigen Gebrauchstauglichkeit.
„Wer auf CE-gekennzeichnetes und RAL-gütegesicherte Konstruktionen setzt und diese durch einen Fachbetrieb einbauen lässt, erhält ein langlebiges und verlässliches Qualitätsprodukt,“ schließt Lange.
Staatliche Förderprogramme
Für den Einbau oder Tausch von Fenstern stehen staatliche Förderprogramme von Bund, Ländern und Gemeinden zur Verfügung. Welche Programme für welche Immobilie infrage kommen, zeigt der kostenlose VFF-Fördermittel-Assistent.












