Fondsbranche wächst 2025 kräftig – ETFs und Spezialfonds prägen das Bild

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Fondsbranche kann in 2025 deutlich zulegen.

Die Fondsbranche blickt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr zurück. Hohe Zuflüsse in Publikumsfonds, ein dynamisches ETF-Geschäft und wachsende Anlegerzahlen treiben das verwaltete Vermögen auf ein neues Rekordniveau. Auch institutionelle Investoren erhöhen ihr Engagement spürbar.

„2025 war ein starkes Jahr. Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 und verwaltet mit über 4.850 Milliarden Euro ein Rekordvermögen“, sagt Matthias Liermann, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI. Im vergangenen Jahr flossen Investmentfonds netto 154 Milliarden Euro zu, davon 86 Milliarden Euro in offene Publikumsfonds. Besonders gefragt waren Aktien- und Renten-ETFs, die zusammen Zuflüsse von 57 Milliarden Euro erzielten.

Der positive Trend setzte sich auch zu Beginn von 2026 fort. „Die Teilhabe am Kapitalmarkt nimmt spürbar zu. Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind“, sagt Liermann. Die wachsende Bedeutung zeigt sich sowohl in der Zahl der Fondssparpläne als auch in der Entwicklung der Wertpapierdepots. Nach Angaben der Bundesbank gibt es inzwischen 37 Millionen Depots, 14 Millionen mehr als im Jahr 2020. Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen 6 Millionen hinzu.

Zum Jahresende 2025 verwalteten Fondsgesellschaften für Anleger in Deutschland 4.851 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hatten offene Spezialfonds für institutionelle Investoren mit 2.287 Milliarden Euro. In offene Publikumsfonds flossen Vermögen von 1.839 Milliarden Euro, hinzu kamen 661 Milliarden Euro in Mandaten und 64 Milliarden Euro in geschlossenen Fonds.

Publikumsfonds: Aktien und ETFs dominieren

Bei den Publikumsfonds lagen Aktienfonds mit einem verwalteten Vermögen von 932 Milliarden Euro an der Spitze. Davon entfielen 405 Milliarden Euro auf Aktien-ETFs. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist hier nur eingeschränkt möglich, da seit Anfang 2025 eine neue Erhebungsmethode gilt. Hintergrund ist, dass ETFs bislang nur dann in die Statistik einflossen, wenn sie überwiegend auf den deutschen Absatzmarkt ausgerichtet waren.

Das starke Wachstum der ETFs führte dazu, dass die statistisch erfassten Volumina zunehmend vom tatsächlichen Marktgeschehen abwichen. Seit 2025 arbeitet der BVI daher gemeinsam mit zahlreichen ETF-Anbietern und dem Zentralverwahrer Clearstream zusammen. Dessen Daten zu den bei depotführenden Stellen in Deutschland gehaltenen Fondsanteilen ermöglichen eine präzisere Abbildung des heimischen ETF-Markts.

Mischfonds stellten mit 386 Milliarden Euro die zweitgrößte Gruppe dar, gefolgt von Rentenfonds mit 295 Milliarden Euro. Innerhalb der Rentenfonds entfielen 81 Milliarden Euro auf ETFs. Besonders stark vertreten waren Produkte mit Anleihen bis zu drei Jahren Restlaufzeit mit 98 Milliarden Euro sowie Unternehmensanleihenfonds mit 75 Milliarden Euro. Immobilienfonds verwalteten 112 Milliarden Euro, Geldmarktfonds 61 Milliarden Euro.

Neugeschäft: Aktienfonds vorn, Immobilienfonds mit Abflüssen

Im Neugeschäft der Publikumsfonds führten Aktienfonds die Absatzstatistik an. Sie verzeichneten netto Zuflüsse von 52,0 Milliarden Euro, davon 45,6 Milliarden Euro in Aktien-ETFs und 6,4 Milliarden Euro in aktiv gemanagte Fonds. Rentenfonds erhielten 30,7 Milliarden Euro neue Mittel, wozu Renten-ETFs 11,5 Milliarden Euro beitrugen.

Bei den Rentenfonds dominierten Produkte mit kurzen Restlaufzeiten bis zu drei Jahren, die 18,1 Milliarden Euro anzogen. Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen kamen auf 10,8 Milliarden Euro. Geldmarktfonds verbuchten Zuflüsse von 6,6 Milliarden Euro, Mischfonds von 2,3 Milliarden Euro. Immobilienfonds hingegen mussten netto Abflüsse von 7,7 Milliarden Euro hinnehmen, wobei die Rückgaben je Quartal zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden Euro lagen.

Anleger, die ihre offenen Immobilienfonds nach dem 21. Juli 2013 erworben haben, mussten dabei eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einhalten.

Spezialfonds: Institutionelle Investoren erhöhen Engagement

Das Neugeschäft offener Spezialfonds entwickelte sich besonders dynamisch. Die Netto-Zuflüsse stiegen gegenüber dem Vorjahr von 33,8 auf 64,3 Milliarden Euro und haben sich damit nahezu verdoppelt. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von Wertpapier-Spezialfonds, deren Zuflüsse von 26,6 auf 59,8 Milliarden Euro zulegten.

Rückläufig zeigte sich hingegen das Interesse an Immobilien-Spezialfonds. Hier sanken die Netto-Zuflüsse von 5,5 auf 4,2 Milliarden Euro. Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherer blieben dennoch die wichtigsten Anlegergruppen innerhalb der Spezialfonds und hielten Vermögen von 813 Milliarden Euro beziehungsweise 536 Milliarden Euro.

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