Gesetzliche Kasse unter Druck: Streit um Zahnarztleistungen spitzt sich zu

fröhliche Zahnärztin hält Bohrer in der Hand und lächelt neben Patientin
Foto: PantherMedia / AndrewLozovyi
Derzeit werden die meisten Maßnahmen zur Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten von den Krankenkassen bezahlt.

Ein Vorstoß aus dem Umfeld der CDU sorgt für neue Diskussionen über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Konkret geht es um Zahnarztbehandlungen. Die Grünen halten entschieden dagegen.

Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat einen Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrates zu Einschnitten für gesetzlich Krankenversicherte beim Zahnarzt zurückgewiesen. „Zahnmedizin aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, ist ein gesundheitspolitischer Irrweg. Das ist medizinisch falsch, sozial brandgefährlich und ökonomisch kurzsichtig“, sagte Dahmen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zahngesundheit sei kein Luxus, sondern Voraussetzung für allgemeine Gesundheit. „Wer hier spart, produziert morgen Herzinfarkte, Diabetes-Komplikationen und schwere Infektionen und damit explodierende Folgekosten für das Gesundheitssystem.“

Der CDU-Wirtschaftsrat pocht hingegen auf deutlich weniger Sozialversicherungsleistungen, wie am Wochenende bekanntgeworden war. So lasse sich in der Krankenversicherung Verschiedenes „generell gut privat absichern“, heißt es in einem sechsseitigen Papier „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das die „Bild am Sonntag“ zuerst berichtet hatte. Ausdrücklich nannte der CDU-nahe Unternehmerverband etwa Zahnarztbehandlungen. Diese sollten „nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen“.


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Grünen-Politiker Dahmen sagte dazu: „Eine Privatisierung der Zahnmedizin spart keinen Euro, sie verschiebt Kosten in die Zukunft und vervielfacht sie.“ Besonders fatal sei die soziale Dimension: „Der Zahnstatus ist schon heute einer der deutlichsten Marker sozialer Ungleichheit. Wer Zahngesundheit vom Geldbeutel abhängig macht, vertieft gesundheitliche Spaltung und treibt langfristig die Beiträge nach oben.“

Derzeit werden die meisten Maßnahmen zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten von den Krankenkassen bezahlt. Wie bei den anderen Versicherungsleistungen gilt das Umlageprinzip. Die anfallenden Kosten werden durch die laufenden Beitragseinnahmen gedeckt. (dpa-AFX)

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