Der stärkste Rückgang des Goldpreises seit 13 Jahren hat im März auf BullionVault zu einer Rekordzahl von Käufen geführt. Auslöser war der Preisrutsch nach dem Kriegseintritt der USA und Israels gegen Iran. Nach neuen Allzeithochs und neun Monaten mit durchgehend steigenden Goldpreisen fiel der Preis in Euro um 9,7 Prozent.
Nach Angaben von BullionVault löste der Ölpreisschock Gewinnmitnahmen bei Zentralbanken, institutionellen Investoren und Händlern aus. Sie hätten damit Verluste bei Aktien und Anleihen ausgeglichen. Private Anleger nutzten den Rücksetzer dagegen verstärkt für Einstiege.
Die Zahl der Goldkäufer auf der Plattform stieg gegenüber Februar um 18,2 Prozent. Damit übertrafen die Käufer die Verkäufer, deren Zahl nur um 0,4 Prozent zunahm, annähernd im Verhältnis von drei zu eins. Laut BullionVault wurde damit der bisherige Höchstwert vom Neujahrstag übertroffen. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben inzwischen 130.000 private Anleger weltweit.

Gold-Investor-Index steigt auf höchsten Stand seit fünf Jahren
„Private Anleger haben den Preisrückgang von Gold genutzt“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Der plötzliche Rückgang des Goldpreises hat den Käufern die Chance gegeben, den Stand vor dem historischen Preisanstieg im Januar zurückzusetzen. Die Investmentstimmung in Gold war nur während der Höhepunkte der Finanzkrise und der Corona-Pandemie stärker.“
Die Auswertung der monatlichen Käufer- und Verkäuferzahlen fließt in den Gold-Investor-Index ein. Der Indikator bildet laut BullionVault die Stimmung unter Anlegern auf Basis tatsächlicher Handelsentscheidungen ab. Ein Wert von 50,0 steht für ein Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern.
Für Deutschland stieg der Gold-Investor-Index im März auf 62,6 Punkte und damit um 1,3 Punkte gegenüber dem Vormonat. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Sein Allzeithoch hatte der deutsche Index im September 2011 mit 82,4 erreicht. Im März 2024 war er auf 49,3 gefallen, obwohl der Goldpreis damals neue Rekordstände markierte.
Nachfrage nach Absicherung nimmt zu
„Nachdem Gold während Trumps erstem Jahr zurück im Weißen Haus so stark gestiegen war, haben viele Beobachter nun durch den Iran-Krieg einen überraschenden Preisrückgang erlebt“, sagt Ash. „Während Gold nun durch höhere Inflation und mögliche Zinserhöhungen Gegenwind bekommt, erhöht die Gefahr wirtschaftlicher Stagflation nur den Bedarf, Portfolios breiter abzusichern, da die geopolitische Ordnung auseinanderfällt.
„Die breite Nachfrage zeigt, dass Gold in der heutigen unsicheren und zunehmend gefährlichen Welt weiterhin eine attraktive Anlage bleibt.“















