Der Goldpreis hat sich nach dem stärksten wöchentlichen Rückgang seit 1983 deutlich erholt und liegt wieder über 4.150 Euro beziehungsweise 4.800 US-Dollar. Einige Analysten erwarten im weiteren Jahresverlauf 2026 einen Anstieg auf bis zu 7.000 US-Dollar, was rund 6.000 Euro entspricht.
Bereits im Jahr 2025 hatte Gold mehrere Rekordstände erreicht und setzte seinen Aufwärtstrend auch zu Beginn des Jahres 2026 fort. Vor diesem Hintergrund rücken die Aktivitäten der Zentralbanken verstärkt in den Fokus, da sie einen wesentlichen Einfluss auf die Nachfrage ausüben.
Eine Auswertung von BestBrokers auf Basis aktueller Daten des World Gold Council zeigt, wie unterschiedlich Staaten auf das Preisniveau reagieren. Während einige Länder ihre Reserven gezielt ausbauen, nutzen andere die hohen Kurse für Verkäufe.
Polen baut Goldreserven deutlich aus
An der Spitze der Käufer steht weiterhin Polen. Das Land verfolgt seit April 2023 eine konsequente Strategie zur Aufstockung seiner Goldbestände, um die finanzielle Stabilität angesichts geopolitischer Risiken zu stärken.
Allein im Februar 2026 erwarb Polen weitere 20,2 Tonnen Gold. In den vergangenen zwei Jahren summieren sich die Zukäufe auf mehr als 340 Tonnen. Die gesamten Reserven belaufen sich damit auf 570,4 Tonnen, deren Wert aktuell auf etwa 76,2 Milliarden Euro geschätzt wird.
Die kontinuierlichen Käufe unterstreichen die Rolle von Gold als strategische Absicherung in unsicheren Zeiten. Zentralbanken setzen dabei zunehmend auf physische Bestände zur Diversifikation ihrer Währungsreserven.
Russland reduziert Bestände zur Stabilisierung
Auf der Verkäuferseite fällt Russland auf. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 verringerte das Land seine Goldreserven um 15,5 Tonnen.
Die Verkäufe stehen im Zusammenhang mit fiskalischen Anforderungen sowie Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Stabilisierung der Devisenmärkte. Hintergrund sind anhaltende Sanktionen und eingeschränkter Zugang zu internationalen Finanzmärkten.
Der Schritt deutet darauf hin, dass Gold zunehmend flexibel als finanzieller Puffer genutzt wird, statt ausschließlich als langfristige Reserve gehalten zu werden.
Frankreich strukturiert Goldreserven neu
Auch Frankreich hat seine Goldbestände neu geordnet. Die Banque de France schloss ein langjähriges Programm zur Standardisierung ihrer Reserven ab.
Dabei wurden die letzten 129 Tonnen, die zuvor mit Beständen in New York verknüpft waren, durch marktbasierten Austausch ersetzt. Die gesamten Reserven von rund 2.437 Tonnen entsprechen nun vollständig dem LBMA-Standard und werden in Paris gehalten.
Die Umstrukturierung führte zu einem bilanziellen Gewinn von 12 bis 13 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 weist die Banque de France einen Nettogewinn von 8,1 Milliarden Euro aus.











