Gold und Silber nach Kurssturz: Droht eine zweite Korrekturwelle?

Vor dem Crash waren sich die Investoren weitgehend einig, dass ein Krieg nur bullisch für den Goldpreis sein könne. Genau deshalb wurde im Vorfeld nochmals sehr viel vorweggenommen, und jedermann ging Long. Doch anstatt weiter anzusteigen, brach der Goldpreis ein. Der Anstieg des Rohölpreises, steigende Inflationserwartungen und höhere Zinsen führten zu einer sinkenden Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen seitens der Fed und brachten neue Sorgen vor einer größeren Rezession auf den Tisch. Die Fed ist mittlerweile komplett zurückgerudert, und erste Notenbanker sprechen sogar wieder von Zinserhöhungen statt Zinssenkungen in diesem Jahr. Das zuvor bullische Narrativ für Gold hatte sich damit vollständig gedreht. Das erklärt auch, warum viele Marktteilnehmer in diesem spekulativ völlig überlaufenen Long-Trade die Reißleine zogen und verkauften. Mit Margin Calls aufgrund des Krieges hat dieser Preiseinbruch nichts zu tun, da sich die Aktienmärkte bislang relativ stabil gehalten haben.

Auch Silber hielt sich zuletzt vergleichsweise robust und lief lediglich das Tief des letzten Crashs bei 64 US-Dollar mit einem Tief bei 61 US-Dollar an. Platin und Palladium, bei denen wir ebenfalls Short waren, hatten ihre Korrekturziele erreicht und teilweise sogar unterschritten. Insgesamt ist das bullische Sentiment am Goldmarkt nun gebrochen. Nach dem stärksten Rücksetzer seit 43 Jahren werden weitere Investoren, die von der Rallye der vergangenen zwei Jahre profitiert haben, versuchen, in neuerliche Anstiege hinein Gewinne mitzunehmen. Dies wird wahrscheinlich zu einer volatilen Phase zwischen 4.200 US-Dollar und 4.800 US-Dollar führen in den kommenden Monaten.

Der Aufwärtstrend im Bereich um 4.100 US-Dollar hat zunächst gehalten, doch es ist zu erwarten, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten einen erneuten Test dieses Trends sehen werden. Je nachdem, wie sich die geopolitische Lage zuspitzt und wie sich die Geldpolitik entwickelt, wäre in diesem Jahr auch eine weitere Korrektur bis in den Bereich um 3.500 US-Dollar möglich. Kurzfristig dürfte sich jedoch zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung ausbilden, an der Trader ihre wahre Freude haben werden.

Wir haben in diesem Jahr die Hoch- und Tiefpunkte am Goldmarkt nahezu perfekt erwischt und getradet. Ein Teil dieser Prognosen wurde auch öffentlich zur Verfügung gestellt, sodass selbst Nicht-Premium-Abonnenten mittraden konnten. 

Goldpreis in Euro – Test des Aufwärtstrends in diesem Jahr noch möglich

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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