Der Goldpreis in Euro fiel infolge der Euro-Schwäche nicht ganz so stark wie der Goldpreis in US-Dollar. Im letzten Marktkommentar schrieb ich, dass ein Test der 200-Tage-Linie möglich ist, was abgearbeitet wurde. Auf Sicht der nächsten Wochen und Monate wäre sogar ein weiterer Rückgang in den Bereich um 3.300 Euro je Feinunze möglich. Ausgehend vom aktuellen Niveau bei 3.900 Euro je Feinunze wäre dies nochmals ein deutlicher Rücksetzer. Dort verläuft der langfristige Aufwärtstrend, und zugleich wäre die letzte Impulswelle zu einem großen Teil korrigiert, was massenpsychologisch einem idealtypischen Verlauf entsprechen würde.
Auch wenn die Zielzone bei 3.300 Euro bislang nicht erreicht wurde, ergab sich bereits an der 200-Tage-Linie ein Kaufsignal, parallel zum Kaufsignal bei Gold in US-Dollar, da der erste Aufwärtstrend sehr schnell erreicht wurde. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass der Goldpreis in Euro die Marke von 4.100 Euro auf Sicht der nächsten Wochen nachhaltig überwinden kann. Wahrscheinlicher ist, dass ein Test dieses Niveaus scheitert und eine weitere Korrektur nach sich zieht.
Insgesamt ist nach dem sehr sauberen Doppeltop am Goldmarkt, nach einem zweijährigen Anstieg, davon auszugehen, dass es mindestens mehrere Monate dauern dürfte, bis ein nachhaltiger Boden gefunden wird und das Sentiment wirklich am Boden ist. Ein Test des langfristigen Aufwärtstrends im Bereich um 3.300 Euro je Feinunze bleibt auf Sicht der nächsten Monate weiterhin durchaus möglich. Die Geldpolitik und die Lage im Mittleren Osten müssen dabei weiter genau beobachtet werden, doch aktuell erscheint dies als das wahrscheinlichste Szenario zu sein.

Autor Markus Blaschzok ist Chefanalyst der SOLIT Gruppe.












