Der Grönlandkonflikt entwickelt sich zu einem Test für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und der Märkte. Der Streit belastet die Handelsbeziehungen, trübt die Exportaussichten und verunsichert die Märkte trotz ihrer steigenden Toleranz gegenüber geopolitischen Risiken, analysiert David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär:
Der eskalierende Streit zwischen den USA und Europa um die Zugehörigkeit Grönlands wird zunehmend zu einem Test für die wirtschaftliche und marktbezogene Stabilität. Die USA haben ihren Anspruch auf Grönland deutlich gemacht und Strafzölle gegen europäische Länder verhängt, die sich gemeinsam mit Dänemark gegen eine Annexion durch die USA aussprechen. Die USA streben entweder den Kauf oder eine Annexion Grönlands an.
Als Reaktion auf die Strafzölle der USA droht die EU mit Vergeltungsmaßnahmen in Form von Zöllen auf US-Waren und erwägt eine Aussetzung des im letzten Jahr geschlossenen Handelsabkommens. Auch der Einsatz des Anti-Zwangsinstruments der EU, das weitere Zölle und Investitionsbeschränkungen vorsieht, wird erneut diskutiert. Die Eskalation des Grönland-Streits wirkt sich daher zunehmend auf die Handelsbeziehungen aus und stellt die Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte und der Wirtschaft auf die Probe.
Für die europäische Wirtschaft bedeutet dies eine weitere Verschlechterung der Exportaussichten, begleitet von einer stärkeren Binnennachfrage, was den bisherigen Trend verstärkt. Die Strategie der USA, durch gezielte geopolitische und handelspolitische Eskalationen ein für sich vorteilhaftes Abkommen zu erzielen, trägt zur erhöhten Toleranz der Finanzmärkte gegenüber geopolitischen Konflikten bei. Trotzdem wird der eskalierende Streit wird trotzdem als störend empfunden.












