Holz statt Beton: Netto testet neue Bauweise bei Filial-Erweiterung

Foto: Netto Marken-Discount
Bau einer Wand aus Holzbausteinen.

Die Discounter-Kette Netto erweitert erstmals eine bestehende Filiale mit einem modularen Holzbausystem, bei dem einzelne Bausteine aus Holz verwendet werden. Das Projekt in Fulda soll zeigen, wie nachhaltiger Filialbau im laufenden Betrieb funktionieren kann.

Netto erweitert nach eigenen Angaben als erster Discounter in Deutschland eine bestehende Filiale mit dem Triqbriq-Holzbausystem. Bei dem Projekt in Fulda werden 2.600 Holzbausteine des schwäbischen Unternehmens Triqbriq verbaut. Laut drittverifizierter Umweltproduktdeklaration sind in den eingesetzten Bausteinen rund 57,5 Tonnen CO2 gespeichert, teilt das Unternehmen mit.


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Die mikro-modulare Konstruktion ist demnach vollständig rückbaubar und erlaube eine flexible Weiternutzung der Materialien. Die Holzbausteine werden ohne Klebstoffe oder künstliche Verbindungsmittel gefertigt und ausschließlich gesteckt sowie mit Buchenholzdübeln fixiert. Dadurch bleibt das Material sortenrein und kann erneut eingesetzt werden, so Netto.

Hergestellt werden die sogenannten Briqs aus Industrieholz, Kalamitätsholz und rückgebautem Holz. Ziel ist es, Holz aus kurzen Nutzungskreisläufen zu lösen und langfristig im Bauwesen zu binden. Die Erweiterung erhöht die Verkaufsfläche der Filiale von 672 auf 913 Quadratmeter.

Filialerweiterung im laufenden Betrieb

Der Baustart erfolgte im November 2025, die Verlegung der Holzbausteine begann im Dezember während des laufenden Betriebs. Ab Mitte Februar wird die Filiale für den abschließenden Umbau geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für den 24. März 2026 vorgesehen.

„Mit der Erweiterung unserer Filiale in Fulda mit 2.600 Holzbausteinen setzen wir erneut ein Zeichen für unsere nachhaltigere Expansionsstrategie und zeigen, wie vielseitig und ressourcenschonend Holzbauvarianten für den Filialbau und die Standortentwicklung genutzt werden können. Wir sind stolz darauf, durch innovative Baukonzepte sowohl unsere CO2-Bilanz zu verbessern als auch die Kreislauffähigkeit unserer Standorte zu erhöhen“, sagt Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Netto Marken-Discount.

Nachhaltige Standards im Filialnetz

Am Standort Fulda sind weitere Maßnahmen vorgesehen, darunter eine Photovoltaikanlage, Dachbegrünung in Kombination mit Photovoltaik, eine Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung sowie Ladeparkplätze für E-Autos und überdachte Ladeplätze für E-Bikes. Optimierte Gebäudedämmung und moderne LED-Beleuchtung seien bereits umgesetzt und gehören zum Baustandard von Netto.

Die Erweiterung mit Holzbausteinen ist Teil der langfristigen Expansionsstrategie des Unternehmens. Neben der Sortimentsgestaltung und den Geschäftsmodellen zählen die Filialstandorte zu den zentralen Säulen der Netto-Strategie zur Kreislauffähigkeit.

Nach zuvor realisierten Holzbaufilialen, etwa im bayerischen Creußen, und einem großen Holzmodulbau in Dortmund integriert Netto mit dem Projekt in Fulda eine weitere Bauweise in sein Filialnetz. Die Erfahrungen aus diesen Projekten sollen demnach in künftige Standortplanungen einfließen.

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