KfW Research: KI treibt deutschen VC-Markt auf Vorjahresniveau

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Der deutsche Markt für Wagniskapital hält sich 2025 trotz wirtschaftlicher Unsicherheit auf stabilem Niveau. Investitionen, Schwerpunkte und Exits zeigen eine selektivere, aber robuste Entwicklung. Welche Bereiche profitieren und wo Deutschland international zurückliegt, zeigt das aktuelle "Venture-Capital-Dashboard" der KfW.

Der deutsche Markt für Wagniskapital erreicht 2025 ein Investitionsvolumen von 7,2 Milliarden Euro und bewegt sich damit trotz anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit auf dem Niveau der Vorjahre. 2024 lag das Volumen bei 7,4 Milliarden Euro, 2023 bei 7,1 Milliarden Euro. Besonders stark fiel das Abschlussquartal aus, das mit zwei Milliarden Euro das zweitstärkste Quartal des Jahres darstellt.


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Grundlage der Auswertung ist das KfW-Venture-Capital-Dashboard, mit dem KfW Research quartalsweise Daten zum deutschen Venture-Capital-Markt veröffentlicht. Die Zahlen zeigen einen Markt, der sich nach den Hochphasen der Jahre 2021 und 2022 deutlich selektiver präsentiert, dabei jedoch eine gewisse Stabilität bewahrt.

Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, erklärt: „Die Investitionsaktivität auf dem deutschen VC-Markt war 2025 zwar solide. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland jedoch hinter der Dynamik in anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und insbesondere den USA zurück. In der jeweiligen Entwicklung der VC-Märkte kommt also auch die unterschiedliche konjunkturelle Dynamik in diesen Ländern zum Ausdruck.“

KI und Sicherheit als zentrale Investitionstreiber

Im Segment künstliche Intelligenz verzeichnet Deutschland 2025 ein Rekordjahr. Das Investitionsvolumen erreicht rund 2,9 Milliarden Euro und entspricht damit etwa zwei Fünfteln des gesamten Wagniskapitalvolumens. KI-Start-ups bleiben damit der wichtigste Wachstumstreiber auf dem deutschen VC-Markt.

Auch der Bereich Sicherheit gewinnt weiter an Bedeutung. Mit einem Anteil von 17 Prozent am gesamten Investitionsvolumen zählt das Segment 2025 zu den klaren Gewinnern. Dazu gehören unter anderem Cybersicherheit sowie Technologien zur Abwehr physischer Bedrohungen. Investoren und junge Unternehmen reagieren damit zunehmend auf neue Anforderungen, die sich aus geopolitischen Spannungen ergeben.

Die thematische Konzentration spiegelt zugleich die stärkere Fokussierung der Kapitalgeber wider. Investitionen fließen bevorzugt in Geschäftsmodelle mit klaren Anwendungsfällen, technologischem Vorsprung und langfristigem Wachstumspotenzial.

Mehr Exits, größere Runden, selektiver Markt

2025 kommt es in Deutschland zu 164 Ausstiegen aus Wagniskapitalbeteiligungen und damit erneut zu mehr Exits als im Vorjahr, als 154 Transaktionen gezählt wurden. Die Bewertungen der veräußerten Unternehmen und damit auch die Exiterlöse ziehen jedoch seit zwei Jahren nur langsam an. Für einen nachhaltigen Aufschwung des VC-Marktes in den kommenden Jahren bleibt eine stärkere Belebung der Exit-Märkte entscheidend.

Die Zahl der Finanzierungsrunden deutscher Start-ups sinkt 2025 leicht auf 1.444 nach 1.540 im Jahr zuvor. Gleichzeitig verbessert sich die Situation der aussichtsreichsten Unternehmen. Die durchschnittliche Größe der Finanzierungsrunden steigt erneut an, was auf eine stärkere Konzentration des Kapitals hindeutet.

Besonders Finanzierungen von Scale-ups gewinnen weiter an Gewicht und erreichen einen Anteil von 49 Prozent am gesamten Dealvolumen. Ein erheblicher Teil der Investitionen wird dabei von inländischen Investoren getragen.

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