Märkte zwischen Inflationsschock und Wachstum: Warum Panik derzeit fehl am Platz ist

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Eine Inflationsentwicklung wie 2022 soll es nicht geben.

Steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen schüren erneut Inflationssorgen. Doch im Unterschied zur Situation nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 sehen Marktbeobachter derzeit kein akutes Stagflationsrisiko. Entscheidend ist vor allem die weiterhin robuste Weltwirtschaft.

„In den USA sind die Breakeven-Inflationsraten über ein Jahr zwar angestiegen, doch über längere Zeitspannen, beispielsweise über fünf oder zehn Jahre, haben sich die Erwartungen nicht stark verändert (Quelle: Bloomberg, 9. März 2026).. In Europa ist man gegenüber Energiepreisänderungen tendenziell empfindlicher. Dort sind die Inflationserwartungen tatsächlich deutlich stärker gestiegen als in den USA. Dennoch erscheint uns eine Zinserhöhung der EZB wie 2022 und nun vom Markt eingepreist, nach wie vor etwas weit hergeholt. 

Derzeit geht der Markt davon aus, dass die EZB in den nächsten zwölf Monaten zwei Zinserhöhungen vornehmen wird. Angesichts der derzeitigen Rendite 10-jähriger Bundesanleihen von 2,90 % – den höchsten Stand seit Januar – würde das ein Engagement in europäischen Anleihen sogar attraktiver machen (Bloomberg, 9. März 2026).


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In den USA schockierten die schlechten Zahlen zum Arbeitsmarkt außerhalb des Landwirtschaftssektors in der vergangenen Woche viele Marktteilnehmer. Tatsächlich befindet sich die US-Wirtschaft jedoch in einer soliden Verfassung. Aus unserer Sicht besteht das primäre Risiko für die USA daher nicht in einer Stagflation, sondern eher in einer Überhitzung, also einer Kombination aus starkem Wirtschaftswachstum und höheren Inflationsraten. 

Die Fed befindet sich deshalb nun in einer schwierigen Lage. Bisher wurde erwartet, dass der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh ab Juni Zinssenkungen in einem angemessenen Rahmen vornehmen würde. Inzwischen haben die Märkte jedoch geändert und gehen insgesamt erst von einer Zinssenkung im September aus.

Unserer Meinung nach besteht trotz der beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen und der höheren makroökonomischen Volatilität kein Grund zur Panik. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Anzeichen dafür, dass sich das gefürchtete Szenario von 2022 wiederholen könnte.“

Auto Benoit Anne ist Anlageexperte bei MFS Investment Management.

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