Neue Spielregeln für Heizungen: Chancen und Risiken für Hausbesitzer

Förderung bleibt – Details offen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude ist nach aktuellem Stand bis mindestens 2029 gesichert. Beim Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung sind Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich. Der maximale Investitionskostenzuschuss liegt bei 21.000 Euro.

Neben einer Grundförderung gibt es einen Klimageschwindigkeitsbonus sowie einen zusätzlichen Bonus für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von maximal 40.000 Euro. Ob Fördersätze oder Bedingungen angepasst werden, soll im Sommer konkretisiert werden.

Parallel steigt der CO₂-Preis weiter. Durch die geplante Erhöhung im Jahr 2026 zahlen Bewohner eines Einfamilienhauses mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden rund 281 Euro mehr.

Strategische Planung statt Aktionismus

Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben werden. Eine neue Austauschpflicht oder kurzfristiger Handlungsdruck besteht nicht. Dennoch gewinnt die individuelle Analyse an Bedeutung: Zustand des Gebäudes, mögliche Fernwärmeanschlüsse, Investitions- und Wartungskosten sowie künftige Energiepreise müssen sorgfältig abgewogen werden.

Gerade bei Neubauten sollten erneuerbare oder CO₂-arme Heizsysteme von Beginn an eingeplant werden. „Klimafreundliche Heizsysteme werden langfristig zum Standard. Deshalb lohnt es sich, vorausschauend zu handeln und direkt auf zukunftssichere Techniken wie Wärmepumpen, Fernwärme oder Biomasse zu setzen. Die aktuell vereinbarte Wahlfreiheit könnte aufgrund der EU-Vorgaben ab 2030 womöglich nur für wenige Jahre gelten“, erklärt der Experte.

Auch mit Blick auf die aktuelle Förderkulisse kann ein frühzeitiges Vorgehen sinnvoll sein. „Wer über eine neue Heizung nachdenkt, sollte die Möglichkeiten jetzt prüfen und die Förderung rechtzeitig und vor Beginn des Vorhabens beantragen. Gegebenenfalls lassen sich auch mehrere Sanierungsvorhaben kombinieren“, rät der Schwäbisch Hall-Experte.

„Das Gebäudemodernisierungsgesetz bringt mehr Wahlfreiheit bei der Heiztechnik – es ist aber keine Rückkehr zu fossilen Lösungen“, sagt Thomas Billmann. „Innerhalb der Leitplanken des neuen Gesetzes gibt es für Eigentümer mehr Spielräume, als viele denken. „Entscheidend ist jetzt, strukturiert vorzugehen, Fördermittel mitzunehmen und die eigene Immobilie Schritt für Schritt zukunftssicher aufzustellen.“

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