Neuer digitaler Assekuradeur: Molentum startet mit der vfm-Gruppe

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Christian Bartsch (links) und Stefan Liebig sitzen an einem Besprechungstisch.
Foto: Mit generativer KI erstellt
Hinter der Ende 2025 gegründeten Momentum stehen Christian Bartsch (links) und Stefan Liebig.

Der digitale Assekuradeur Molentum hat Anfang Oktober 2026 den operativen Betrieb aufgenommen, erster Vertriebspartner ist die vfm-Gruppe. Risikoträger ist die Bayerische. Wie das Modell funktioniert und wie es an das Maklerverwaltungsprogramm Keasy angebunden ist.

Molentum und die vfm-Gruppe sind in den Echtbetrieb gestartet. Der digitale Assekuradeur aus Aschaffenburg hat Anfang Oktober 2026 den operativen Geschäftsbetrieb aufgenommen, teilt das Unternehmen mit. Als ersten Vertriebspartner nennt Molentum die vfm-Gruppe. Deren angeschlossene Makler erhalten schrittweise und kontrolliert Zugang zur Plattform. Als Risikoträger fungiert die Bayerische.

Die Familie des Gründers Stefan Liebig finanziert das Unternehmen, hinzu kommen Privatinvestoren mit Branchenbezug. Dazu zählt laut Unternehmensangaben auch Stefan Eck, Co-CEO des Immobilienunternehmens Engel & Völkers.

Zwei Gründer mit langjähriger Markterfahrung

Hinter Molentum stehen Stefan Liebig geschäftsführender Gesellschafter und Christian Bartsch als Chief Technology Officer und Mitgesellschafter. Liebig, 48 Jahre alt, war zwei Jahrzehnte für die vfm-Gruppe tätig. Anschließend verantwortete er als Vorstand der Haftpflichtkasse und danach als Geschäftsführer im Gothaer-Konzern jeweils den Maklervertrieb. Damit kennt er den Maklermarkt sowohl aus Sicht einer Vertriebsorganisation als auch aus Sicht eines Produktgebers.

„Der Makler erhält damit einen Partner für den gesamten Lebenszyklus eines Vertrags, von der Produktentwicklung bis zur Schadenregulierung“, sagt Liebig. „Dass die ersten vfm-Makler nun im Echtbetrieb arbeiten, ist für uns ein wichtiger Meilenstein.“

Christian Bartsch, 46 Jahre alt, führte zuvor zwei Jahrzehnte lang ein eigenes IT-Unternehmen mit Schwerpunkt Cloud-Infrastruktur und Künstliche Intelligenz. Als Mitgründer und Gesellschafter verantwortet er heute die technische Architektur der Plattform.

Warum sich das Privatkundengeschäft für Makler wieder lohnen soll

Molentum begründet sein Geschäftsmodell mit einem Widerspruch im Markt. Für viele Makler hat das private Kompositgeschäft wegen des gestiegenen Verwaltungsaufwands an wirtschaftlicher Attraktivität eingebüßt. Zugleich bleibt es wichtig für die Kundenbindung und den langfristigen Erfolg des eigenen Betriebs. Diesen Widerspruch will das Unternehmen auflösen: Es bietet die gesamte Prozesskette von der Produktentwicklung bis zur Schadenregulierung aus einer Hand an. Als erste Vertriebsorganisation erprobt die vfm-Gruppe dieses Modell nun gemeinsam mit Molentum in der Praxis.


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Molentum und die vfm-Gruppe: Integration in Maklerverwaltungsprogramm „Keasy“

Technisch ist die Molentum-Plattform in das Maklerverwaltungsprogramm „Keasy“ eingebunden, das die vfm-Gruppe den Angaben zufolge selbst entwickelt hat. Der Makler bleibt dabei in seiner gewohnten Systemumgebung. Angebote und Anträge entstehen direkt aus den vorhandenen Kundendaten. Die Vertragsdaten fließen anschließend strukturiert in die digitale Kundenakte zurück. Eine doppelte Dateneingabe entfällt dadurch nach Unternehmensangaben vollständig.

Laut Bartsch endet Digitalisierung in der Versicherungsbranche oft an Systemgrenzen, weil jeder Beteiligte lediglich die eigenen Abläufe optimiere. An den Schnittstellen blieben dadurch Medienbrüche und manuelle Nacharbeit bestehen. Molentum habe die Prozesse deshalb von Beginn an durchgängig konzipiert. Künstliche Intelligenz komme gezielt dort zum Einsatz, wo sie einen messbaren Nutzen liefere, während die Verantwortung klar geregelt bleibe.

Produkte mit Besitzstands- und Marktgarantie

Auch die Produkte sind auf schlanke Prozesse ausgelegt. Eine Besitzstands- und Marktgarantie soll Kunden beim Versicherungswechsel absichern. Zugleich soll sie den Aufwand für den Vergleich von Bedingungen senken. Das erleichtert nicht nur die Beratung, sondern erhöht laut Molentum auch die Haftungssicherheit für den Makler. Risikoträger ist bislang ausschließlich die Bayerische. Weitere Versicherer befinden sich nach Unternehmensangaben in Vorbereitung.

„Im Standardgeschäft kommt es für uns Makler vor allem auf effiziente und reibungslose Abläufe an“, sagt Bernd Lehmann, Versicherungsmakler und Sprecher des vfm-Beirats. „Wenn Angebot, Antrag und Bestandsgeschäft aus dem eigenen Verwaltungsprogramm heraus erfolgen, ohne Daten doppelt zu pflegen, gewinnen wir Zeit für die Beratung unserer Kunden.“

Molentum und die vfm-Gruppe: Weitere Partner folgen

Molentum setze auf wenige, aber technisch integrierte Vertriebsorganisationen. Policen können auf Wunsch unter dem Label der jeweiligen Partnerorganisation laufen. Als weitere Partner der ersten Stunde nennt das Unternehmen die Scala Finanzgruppe und die FondsKonzept AG. Ihre technische Einbindung soll schrittweise erfolgen. Künftig will sich Molentum für weitere Vertriebsorganisationen öffnen. Der Anspruch laute, wenige Partnerschaften intensiv zu pflegen, statt möglichst viele Kooperationen einzugehen.

Die Molentum GmbH mit Sitz in Aschaffenburg wurde Ende 2025 gegründet. Sie ist inhabergeführt und eigenkapitalfinanziert. Rechtlich handelt das Unternehmen mit Vollmachten der Risikoträger.

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