Rekordjahr für Dividenden: 2,09 Billionen US-Dollar ausgeschüttet

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Dividendenrekord in 2025 – und was kommt in 2026?

Weltweit haben Unternehmen 2025 so viele Dividenden ausgeschüttet wie nie zuvor. Mit 2,09 Billionen US-Dollar markieren die Zahlungen einen neuen Rekord. Getragen wird das Wachstum von Finanz- und Technologiewerten sowie einer breiten regionalen Dynamik. Auch für 2026 rechnen Experten mit weiter steigenden Ausschüttungen.

Die weltweiten Dividenden sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 7,0 Prozent auf 2,09 Billionen US-Dollar gestiegen. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des „Dividendenradar“ hervor, der Teil der Global Equity Study von Capital Group ist. Bereinigt um Wechselkurs-, Einmal- und Kalendereffekte lag das Wachstum bei 6,0 Prozent. Auf Unternehmensebene betrug das mediane Dividendenwachstum 5,8 Prozent.

Ein starkes Schlussquartal rundete das Jahr ab. Im vierten Quartal erreichten die Ausschüttungen mit 428 Milliarden US-Dollar einen Höchstwert. Nominal legten die Dividenden in den letzten drei Monaten um 6,5 Prozent zu, bereinigt betrug das Plus 5,9 Prozent.

Alexandra Haggard, Head of Asset Class Services, Europe and Asia-Pacific bei Capital Group, sagt: „Das Dividendenwachstum erreichte 2025 Rekordniveaus – getragen von robusten Gewinnen und einer breit abgestützten Stärke über Regionen und Sektoren hinweg, mit nur wenigen Schwächebereichen. Mit Blick auf 2026 gibt es viele ermutigende Signale: Die globalen Aktienmärkte verbreitern sich, mehr Unternehmen treiben die Renditen, und Dividenden werden durch den Gewinnausblick gut unterstützt. Dividendenströme können ein starker Indikator für die finanzielle Gesundheit und Stabilität eines Unternehmens sein. Mit tiefgehender Analyse und Selektivität können aktive Manager wie Capital Group Unternehmen identifizieren, die ihre Dividenden langfristig zahlen und steigern. Wir sind überzeugt, dass Dividenden für langfristige Anleger weiterhin eine wichtige Quelle für Stabilität bleiben.“


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Finanz- und Technologiewerte als Wachstumstreiber

Besonders stark entwickelte sich 2025 der Finanzsektor. Versicherungen steigerten ihre Ausschüttungen um 12,5 Prozent, sonstige Finanzwerte sogar um 16,8 Prozent. Auch Technologiewerte trugen maßgeblich zum globalen Wachstum bei. Software-Unternehmen und IT-Dienstleister erhöhten ihre Dividenden bereinigt um 13,0 Prozent.

Dividenden aus dem Software-Segment lagen 2025 mit 64,1 Milliarden US-Dollar um 45 Prozent höher als noch vor zehn Jahren und erreichten damit ebenfalls einen Rekordwert. Positive Beiträge kamen zudem aus den Bereichen Pharma, Versorger, Medien sowie Maschinenbau, insbesondere aus der Luft- und Raumfahrt und Verteidigung. Rückläufige Ausschüttungen verzeichneten hingegen Bergbau-, Automobil- sowie Öl-, Gas- und Energieunternehmen, was auf schwächere Gewinne in zyklischen Branchen zurückzuführen ist.

Regional war das Wachstum breit abgestützt. In 30 der 46 im Index erfassten Märkte und Regionen wurden neue Höchststände erreicht, darunter in den USA, Japan, Kanada, Singapur, Hongkong, Taiwan sowie in weiten Teilen Europas. Der schwächere US-Dollar trug dazu bei, dass viele Märkte in US-Dollar gerechnet neue Rekorde erzielten.

Japan an der Spitze, Deutschland mit Rekordniveau

Japan führte das globale Dividendenwachstum mit einem Plus von 12,5 Prozent an und lag damit doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Hintergrund ist unter anderem ein stärkerer Fokus auf Corporate Governance und Aktionärsvergütung. In den USA, den Schwellenländern, Kanada und Europa lag das bereinigte Wachstum jeweils bei rund sechs bis sieben Prozent.

Europa verzeichnete in den meisten Ländern und Sektoren breit angelegte Zuwächse. Das mediane Dividendenwachstum betrug 6,8 Prozent und lag damit über dem globalen Wert. Australien blieb aufgrund seiner Rohstofflastigkeit und moderat wachsender Banken zurück. In Großbritannien belasteten vor allem Bergbau und Telekommunikation, in China wirkten sich fixe Ausschüttungsquoten in einem schwächeren Gewinnumfeld dämpfend aus.

In Deutschland stiegen die Dividenden 2025 sowohl in US-Dollar als auch in Euro auf Rekordniveaus. Das Kernwachstum fiel mit 2,9 Prozent allerdings moderater aus. Einzelne größere Kürzungen, insbesondere in der Automobil- und Chemiebranche, wirkten sich deutlich auf das Gesamtbild aus. Das mediane Dividendenwachstum lag bei 6,7 Prozent und spiegelt die breitere Entwicklung im Markt wider. Stärkste positive Impulse kamen hierzulande aus dem Finanzsektor, insbesondere von Versicherern.

Ausblick 2026: Weiteres Wachstum erwartet

Für 2026 prognostiziert Capital Group ein nominales Dividendenwachstum von 5,4 Prozent. Die weltweiten Ausschüttungen könnten damit auf 2,20 Billionen US-Dollar steigen. Bereinigt entspräche dies einem Plus von 5,7 Prozent.

Arne Tölsner, Head of Client Group DACH bei Capital Group, sagt: „Dividenden gehören zu den unmittelbarsten Wegen, wie Unternehmen ihren Erfolg mit Investoren teilen. In einem Umfeld, das von geopolitischer Unsicherheit, Zollkonflikten und wechselnden Volatilitätsphasen geprägt ist, können Unternehmen, die Dividenden zahlen und zeigen, dass sie diese über die Zeit nachhaltig steigern können, Portfolios Stabilität geben. Unser aktuelles Dividendenradar zeigt, dass weltweite Dividenden 2025 einen Rekordwert von 2,09 Billionen US-Dollar erreicht haben, und die Ausschüttungen dürften 2026 auf 2,20 Billionen US-Dollar steigen. Für Anleger in Deutschland können Dividenden weiterhin eine verlässliche Einkommensquelle und Widerstandsfähigkeit über unterschiedliche Marktphasen hinweg bieten.“

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