Das Geschäftsklima unter Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen hat sich im Februar deutlich verbessert. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex steigt um fünf Punkte auf minus 16,5, nachdem er im Januar noch bei minus 21,5 Punkten lag.
Vor allem die Erwartungen tragen zu der Verbesserung bei. Sie legen um 6,6 Punkte zu und erreichen minus 15,1 Punkte. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fällt etwas weniger negativ aus und steigt um 3,5 Punkte auf minus 17,8.
Auch in der Gesamtwirtschaft verbessert sich die Stimmung leicht. Dort liegt der Geschäftsklimaindikator inzwischen bei minus 6,5 Punkten. „Die deutsche Wirtschaft sendet erste Signale einer Belebung“, sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut.
Trotz der Aufhellung bleibt die Unsicherheit unter Selbstständigen hoch. 32 Prozent der Befragten geben an, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung schwer einschätzen zu können. Im Januar lag dieser Anteil noch bei 33,5 Prozent. Damit bleibt der Wert deutlich über dem Niveau der Gesamtwirtschaft, wo 21,4 Prozent der Unternehmen von hoher Unsicherheit berichten.
Jimdo-Mitgründer Matthias Henze sieht in der Entwicklung zwar ein positives Signal, verweist aber auf saisonale Effekte. „Nach den schwierigen Monaten ist die aktuelle Erholung ein positives Signal“, sagt er. „Der Anstieg bei den Erwartungen ist allerdings auch saisonal geprägt. Zum Jahresbeginn starten Projekte, Budgets werden freigegeben und aufgeschobene Investitionen umgesetzt – besonders in vielen dienstleistungsnahen Bereichen.“
Gleichzeitig bleibe die strukturelle Lage schwierig. Henze betont, dass weiterhin alle Teilindikatoren des Geschäftsklimaindex im negativen Bereich liegen. Hohe Betriebskosten und Abgaben, schwache Nachfrage sowie eine hohe Planungsunsicherheit belasteten viele kleine Betriebe. Auch mögliche wirtschaftliche Folgen geopolitischer Entwicklungen seien derzeit schwer abzuschätzen.
Dienstleister profitieren stärker von der Erholung
Die Verbesserung zeigt sich besonders im Dienstleistungssektor. Dort steigen sowohl die Erwartungen als auch die Auftragslage spürbar. Zudem fallen die Umsatzerwartungen erstmals seit August 2024 wieder positiv aus.
Vor allem Architektur- und Ingenieurbüros sowie kreative Dienstleistungen entwickeln sich besser. Im Gastgewerbe und bei Freiberuflern verschlechtert sich die Lage dagegen. Im Einzelhandel steigt der Klimaindikator zwar leicht, die aktuelle Geschäftslage wird jedoch weiterhin negativer eingeschätzt.
Angesichts der weiterhin angespannten Lage fordert der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland strukturelle Reformen. „Erhöhte Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben scheinen langsam in der Wirtschaft anzukommen. Damit dies kein konjunkturelles Strohfeuer bleibt, brauchen Solo- und Kleinstunternehmen jetzt strukturelle Reformen: die angekündigte Reform der Statusfeststellung, eine faire Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge, die Einbeziehung in die Aktivrente sowie das geplante Altersvorsorge-Depot. Andernfalls wird das stille Sterben kleiner Unternehmen weitergehen“, sagt VGSD-Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz.













