Silber auf Augenhöhe mit Öl: Ein seltenes Marktphänomen kehrt zurück

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Silberr so teuer wie Edröl oder vice versa.

Silber zeigt sich im Umfeld des Iran-Kriegs zwar schwankungsanfällig, hält sich preislich aber bemerkenswert stabil. Zugleich hat das Metall ein historisch seltenes Niveau erreicht: Eine Unze Silber kostet im Monatsdurchschnitt so viel wie ein Barrel US-Rohöl. Was dahintersteckt, ist bemerkenswert.

Die Preise für Edelmetalle haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs bislang schwergetan, während die Energiepreise deutlich angezogen haben. Besonders Silber zeigt sich dabei volatil. Dennoch notiert das Edelmetall im historischen Vergleich auf einem ungewöhnlichen Niveau: Eine Feinunze kostet aktuell in etwa so viel wie ein Barrel US-Rohöl.

Nach Angaben von BullionVault erreicht oder übertrifft der Silberpreis auf Monatsdurchschnittsbasis seit der Zeit vor Weihnachten den Preis für US-Rohöl. Damit entsteht eine Konstellation, die zuvor nur einmal beobachtet wurde.

„Auf Monatsdurchschnittsbasis hat der Silberpreis seit vor Weihnachten nun den Preis für US-Rohöl erreicht oder übertroffen“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Das ist nur einmal zuvor passiert: Im Januar 1980 kostete 1 Feinunze Silber kurzzeitig mehr als 1 Barrel WTI, als der Preis zusammen mit Gold auf rund 50 US-Dollar anstieg – ausgelöst durch die Geiselnahme im Iran und die sowjetische Invasion in Afghanistan.“

Silberpreis und Ölpreis im historischen Vergleich

Aus Sicht von BullionVault spiegelt die aktuelle Entwicklung nicht nur die geopolitische Lage wider. „Dieses geopolitische Chaos hallt heute deutlich nach, ebenso wie der aktuelle Ölpreisschock“, sagt Ash. Damit rückt erneut ein Marktverhältnis in den Fokus, das in Phasen massiver Verwerfungen an den Rohstoffmärkten entstehen kann.

Gleichzeitig verweist Ash auf einen strukturellen Nachfragefaktor bei Silber. „Langfristig genießt Silber jedoch eine starke Nachfrage aus dem Solarsektor. Zwar versuchen Hersteller, die für jede Photovoltaikzelle benötigte Silbermenge zu reduzieren, doch bleibt es für die PV-Technologie unverzichtbar.“

Für Marktbeobachter ist damit nicht nur die aktuelle Parität von Silber und Öl bemerkenswert, sondern auch ihre mögliche Aussagekraft über den längerfristigen Umbau der Energiewirtschaft. „Die jüngste Parität von Silber mit Öl könnte auf das Ausmaß des zugrunde liegenden, langfristigen Wandels von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbarer Energie hinweisen.“

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