Studie: Haustiergesundheit hängt vom Geldbeutel ab

Foto: AdobeStock/Irina Urkainenets
Ob ein Tier behandelt wird oder nicht, ist eine Frage des Geldes.

Wie häufig Hunde und Katzen tierärztlich versorgt werden, hängt stark vom Einkommen ihrer Halter ab. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der Agila Haustierversicherung. Besonders bei hohen Behandlungskosten klafft die Schere deutlich auseinander.

Wer über ein höheres Einkommen verfügt, sucht mit seinem Haustier häufiger eine Tierarztpraxis auf und gibt dort auch mehr Geld aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Erhebung des Umfrageinstituts Statista im Auftrag der Agila Haustierversicherung.

Im Dezember 2025 wurden insgesamt 2.457 Haustierbesitzende befragt, darunter 1.222 Hunde- und 1.235 Katzenhalterinnen und -halter. Sie gaben Auskunft darüber, wie oft sie im Jahr 2025 tierärztliche Leistungen in Anspruch genommen haben und welche Kosten dabei entstanden sind. Die Ergebnisse sind für Deutschland repräsentativ und sie zeigen deutliche Unterschiede je nach Haushaltsnettoeinkommen.

Über alle Einkommensgruppen hinweg waren neun Prozent der Befragten im Jahr 2025 kein einziges Mal beim Tierarzt. Bei Halterinnen und Haltern mit einem monatlichen Nettohaushaltseinkommen von unter 1.000 Euro lag dieser Anteil jedoch bei 18 Prozent.

Deutliche Unterschiede bei der Besuchshäufigkeit

Auch bei häufigeren Behandlungen zeigt sich eine klare Einkommensabhängigkeit. Insgesamt haben 15 Prozent der Befragten im Jahr 2025 mehr als viermal tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen. In der Gruppe mit einem monatlichen Nettohaushaltseinkommen von unter 1.000 Euro traf dies lediglich auf neun Prozent zu.

Am anderen Ende der Einkommensskala ergibt die Studie ein anderes Bild: Bei Haushalten mit mehr als 10.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen waren 34 Prozent mehr als viermal im Jahr beim Tierarzt. Damit ist der Anteil in dieser Gruppe fast viermal so hoch wie bei den Geringverdienenden. Die Daten legen nahe, dass finanzielle Spielräume Einfluss auf die Entscheidung haben, wie häufig tierärztliche Leistungen in Anspruch genommen werden.

Große Kluft bei den Behandlungskosten

Noch deutlicher wird die Differenz bei den Ausgaben. Insgesamt zahlten zehn Prozent der Befragten im Jahr 2025 mehr als 1.000 Euro für tierärztliche Behandlungen, fünf Prozent sogar mehr als 2.000 Euro.

In Haushalten mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen gaben lediglich drei Prozent mehr als 1.000 Euro aus. Niemand in dieser Einkommensgruppe überschritt die Schwelle von 2.000 Euro. Anders sieht es bei Haushalten mit mehr als 10.000 Euro Nettoeinkommen aus. Dort zahlten 38 Prozent mehr als 1.000 Euro für tierärztliche Leistungen, 24 Prozent sogar mehr als 2.000 Euro. Die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen fallen damit erheblich aus.

„Was wir bisher nur vermuten konnten, haben wir nun Schwarz auf Weiß: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme tierärztlicher Versorgung und dem Einkommen von Tierhaltenden. Wer mehr verdient, gibt mehr für die Behandlung des Haustiers aus. Menschen mit niedrigerem Einkommen nehmen seltener tierärztliche Leistungen in Anspruch, was sich gegebenenfalls negativ auf die Tiergesundheit auswirken kann. Tierversicherungen haben zum Ziel, finanzielle Planbarkeit herzustellen. So helfen sie dabei, diese Kluft zu verringern. Sie wirken risikoausgleichend und schaffen mehr Handlungsspielräume für Tierhaltende ebenso wie die Tierärztinnen und Tierärzte. Leider ist es naturgemäß so, dass 100 Prozent der Haustiere irgendwann tierärztlich versorgt werden müssen. Der Abschluss einer Versicherung ermöglicht es, mit Disziplin und einem vergleichsweise niedrigen kontinuierlichen Beitrag im Ernstfall auch hohe Behandlungssummen aufzubringen“, sagt Thomas Vogel, Vorstandsvorsitzender der Agila Haustierversicherung.

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