Privatversicherte haben im Jahr 2024 zusätzliche Einnahmen von 15,52 Milliarden Euro im deutschen Gesundheitswesen ermöglicht. Das sind 1,06 Milliarden Euro beziehungsweise 7,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Darauf weist der PKV-Verband unter Berufung auf eine aktuelle Studie seines Wissenschaftlichen Instituts (WIP) hin.
Der größte Anteil entfiel erneut auf die ambulant-ärztliche Versorgung. Hier summierten sich die zusätzlichen Einnahmen auf 8,76 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 9,6 Prozent. Umgerechnet auf einzelne Praxen bedeutet das laut Studie durchschnittliche Zusatzeinnahmen von 82.171 Euro je niedergelassenem Arzt.
PKV-Anteil an Einnahmen deutlich höher als Versichertenanteil
Der PKV-Verband sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der medizinischen Versorgung. Verbandsvorsitzender Thomas Brahm sagt: „In einer Zeit, in der die Gesetzliche Krankenversicherung unter erheblichen Druck gerät, zeigt sich die stabilisierende Kraft der PKV eindrucksvoll: Mit dem Mehrumsatz tragen die Privatversicherten wesentlich zur Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems bei. Diese Mittel ermöglichen unter anderem eine bessere personelle und technische Ausstattung der Arztpraxen. Das kommt allen Patienten zugute.“
Die Bedeutung der Privatversicherten zeigt sich laut Verband auch an der Struktur der Praxiseinnahmen. Demnach stammen 21,8 Prozent der Gesamteinnahmen niedergelassener Ärzte von Privatpatienten, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung bei 10,5 Prozent liegt. Auch in anderen Leistungsbereichen entstehen zusätzliche Einnahmen durch Privatversicherte.
Mehrumsätze auch bei Arzneimitteln und Zahnmedizin
So summiert sich der Mehrumsatz im Arzneimittelbereich auf über eine Milliarde Euro. In der zahnmedizinischen Versorgung beträgt er mehr als drei Milliarden Euro. Weitere 1,2 Milliarden Euro entfallen auf Heilmittel sowie 2,34 Milliarden Euro auf sonstige Leistungsbereiche.
Insgesamt übersteigt der Finanzierungsanteil der Privatversicherten laut Studie in allen Bereichen ihren Anteil an der Bevölkerung. Nach Angaben des PKV-Verbandes entstehen diese Mehrumsätze unter anderem, weil bei der Behandlung von Privatpatienten weniger Einschränkungen gelten und häufig höhere Honorare gezahlt werden als in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Private Krankenversicherung finanziert ihre Leistungsausgaben über Alterungsrückstellungen langfristig und generationengerecht. Nach Darstellung des Verbandes gewinnt dieser Finanzierungsmechanismus angesichts des demografischen Wandels zusätzlich an Bedeutung.












