US-Inflation bei 3,7 Prozent: Warum die Fed besonnen bleiben sollte

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Steigende US-Inflation und was macht die Fed?
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
MainSky ordnet die US-Inflation ein und erklärt, warum Energie und Wohnkosten für die Fed schwer zu beeinflussen sind.

Die US-Inflation liegt mit 3,7 Prozent weiter deutlich über dem Fed-Ziel. Doch laut MainSky Asset Management geht der Preisdruck vor allem von Energie und Wohnkosten aus - und dürfte nachlassen. Das spricht gegen eine überhastete Zinserhöhung.

Die jüngsten US-Inflationsdaten haben die Sorgen vor einer erneuten Straffung der Geldpolitik deutlich verstärkt. Mit 3,7 Prozent liegt die Teuerungsrate weiterhin klar über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Prompt stieg die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf fast 50 Prozent. Aus unserer Sicht greift diese Reaktion allerdings zu kurz. Ein genauerer Blick auf die Inflationstreiber zeigt ein deutlich differenzierteres Bild.

Das aktuelle Inflationsproblem konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Komponenten, die sich dem direkten Einfluss der Geldpolitik weitgehend entziehen: Energie und Wohnkosten. Im Energiebereich treiben primär OPEC-Förderkürzungen und geopolitische Spannungen die Preise, nicht eine überhitzte US‑Nachfrage. Höhere Zinsen können daran wenig ändern. Die Fed kann schließlich kein zusätzliches Öl fördern.


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Bei den Wohnkosten handelt es sich dagegen vor allem um einen statistischen Nachlaufeffekt. Die kalkulatorischen Mieten für selbst genutztes Wohneigentum (OER) spiegeln die tatsächliche Marktentwicklung mit einer Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten wider. Aktuellere Mietindizes zeigen längst eine nachlassende Preisdynamik.

Entscheidend ist, dass die Bereiche, die stärker auf die Geldpolitik reagieren, kaum Anlass zur Sorge geben. Der Inflationsbeitrag der Dienstleistungen liegt bei rund einem Prozentpunkt und ist seit 2022 deutlich rückläufig. Bei Nahrungsmitteln und Getränken hat sich der Preisauftrieb ebenfalls abgeschwächt, ihr Inflationsbeitrag beträgt nur noch 0,3 Prozentpunkte. Bei Industriegütern ohne Energie beobachten wir sogar bereits echte Deflation.

Um die Gesamtinflation unter diesen Bedingungen auf zwei Prozent zu zwingen, müsste die Fed die verbleibenden Dienstleistungen massiv in den negativen Bereich drücken. Das gab es in der modernen Geschichte nur während tiefer Rezessionen wie 2009 oder 2020. Es ist wohl offensichtlich, dass dies keine wirkliche Option ist. Dies gilt umso mehr, da schon bald die Effekte bei den Wohnkosten auslaufen und bei der Energie drehen werden. Unsere Prognose sieht die Inflation Mitte 2027 bei ca. zwei Prozent und damit am Fed‑Ziel. Wir erwarten weiterhin eine Zinspause im Oktober, der Dezember bleibt jedoch als „Versicherungsschritt“ im Spiel. Dies sollte es dann aber gewesen sein - für 2027 erwarten wir keine weiteren Zinserhöhungen.

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