Die Demokratische Partei feierte bei den Kongresswahlen am 3. November 2026 einen historischen Triumph. Nach übereinstimmenden Berichten von Reuters und NBC News erreichte sie mindestens 51 Senatssitze und mindestens 245 Mandate im Repräsentantenhaus. Damit kontrolliert sie künftig beide Kammern des Kongresses. Zwei Jahre vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump ist das ein deutlicher Dämpfer für die Republikaner. Im Zentrum des Wahlkampfs stand dabei die Inflation USA: Die Teuerungsrate war im September 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen.
Demokratischer Erdrutschsieg bei den Midterms 2026
Besonders deutlich zeigte sich der Umschwung im Senat. Laut NBC News sicherten sich die Demokraten mindestens sieben zuvor von Republikanern gehaltene Sitze, darunter in Texas, North Carolina, South Carolina, Ohio, Kansas und Iowa. Ein solcher Zugewinn gilt in der US-amerikanischen Innenpolitik als historisches Ereignis.
Auch in Einzelrennen setzten sich die Demokraten durch. In New Hampshire setzte sich Chris Pappas mit 56,1 zu 42,0 Prozent gegen den Republikaner John Sununu durch, berichtete CBS News. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem die Gouverneurswahl in Georgia. Dort setzte sich Keisha Lance Bottoms mit 54,3 Prozent durch. Damit zieht sie als erste schwarze Frau überhaupt in ein US-Gouverneursamt ein und ist zugleich seit 1998 die erste demokratische Gouverneurin Georgias. Dies belegen Zahlen von MultiState Elections sowie eine Berichterstattung von CBS News Atlanta.
| Rennen | Ergebnis |
|---|---|
| Senat insgesamt | Demokraten mindestens 51 Sitze |
| Repräsentantenhaus insgesamt | Demokraten mindestens 245 Sitze |
| Eroberte Senatssitze | mindestens sieben (unter anderem Texas, North Carolina, South Carolina, Ohio, Kansas, Iowa) |
| Gouverneurswahl Georgia | Keisha Lance Bottoms (Demokraten), 54,3 Prozent |
| Senat New Hampshire | Chris Pappas (Demokraten), 56,1 zu 42,0 Prozent |
Inflation USA als zentrales Wahlkampfthema
Die Inflation USA lag im September 2026 deutlich über dem Vormonatswert. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, verglichen mit 3,4 Prozent im Vormonat August. Diese Zahlen stammen aus dem Verbraucherpreisindex des US-Arbeitsministeriums, der am 14. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Im selben Zeitraum stieg die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel von 2,4 auf 2,6 Prozent.
Als Haupttreiber erwiesen sich die Energiepreise: Benzin verteuerte sich im September gegenüber dem Vormonat um 9,1 Prozent und zeichnete damit laut US-Arbeitsministerium für über die Hälfte des gesamten monatlichen Preisanstiegs verantwortlich.
| Kennzahl | September 2026 | August 2026 |
|---|---|---|
| Gesamtinflation (Jahresvergleich) | 3,7 Prozent | 3,4 Prozent |
| Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) | 2,6 Prozent | 2,4 Prozent |
| Benzinpreise (Monatsvergleich) | plus 9,1 Prozent | - |
Welchen Anteil die Importzölle von Präsident Trump an der Inflation USA haben, damit beschäftigten sich Ökonomen der Federal Reserve Bank of New York zusammen mit einem Professor der Columbia University. Ihre Studie erschien im Oktober 2026. Das Ergebnis: Bis Februar 2026 erhöhten die Zölle die Konsumgüterpreise um 2,9 Prozentpunkte. Hätte es die Zölle nicht gegeben, wären die Preise den Berechnungen zufolge sogar leicht gefallen.
Laut der Studie resultieren rund zwei Drittel dieses Effekts unmittelbar aus teureren Importgütern. Das restliche Drittel lässt sich indirekt auf gestiegene Kosten für importierte Vorprodukte sowie auf höhere Margen einheimischer Produzenten zurückführen.
Fed-Zinsentscheid bleibt von der Wahl unberührt
An der Geldpolitik ändert der Wahlausgang zunächst wenig, denn die US-Notenbank agiert unabhängig vom Kongress. Bereits am 16. September 2026 reagierte die Fed auf die hartnäckige Inflation USA und hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf einen Korridor von 3,75 bis 4,0 Prozent an. Es war die erste Erhöhung seit 2023, einstimmig mit zwölf zu null Stimmen beschlossen.
Fed-Gouverneur Christopher Waller geht davon aus, dass Zollanhebungen lediglich einen einmaligen Preissprung verursachen. „The economics behind a tariff increase implies it should have a transitory effect on prices-tariffs raise prices once, but those prices don’t keep going up“, sagt Waller.
Entscheidend ist dabei, dass der Wahlausgang weder die Besetzung der Fed-Gremien noch deren Zinsentscheidungen unmittelbar verändert. Die geldpolitische Richtung bleibt damit vorerst unabhängig von der neuen Kongressmehrheit.
Trump behält trotz Niederlage weitreichende Macht
Trotz des Machtverlusts im Kongress bleibt der Handlungsspielraum des Präsidenten in der Zoll- und Wirtschaftspolitik groß. Um ein Veto zu überstimmen, wären 67 Stimmen im Senat nötig. Diese Mehrheit verfehlen die Demokraten mit ihren mindestens 51 Sitzen deutlich, wie CNN angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse anmerkte.
Auch juristisch musste Trumps Zollpolitik bereits einen Dämpfer hinnehmen. Der Oberste Gerichtshof erklärte am 20. Februar 2026 mit sechs zu drei Stimmen die unter dem Notstandsgesetz IEEPA verhängten „Liberation Day“-Zölle für nichtig, da dem Präsidenten dafür die gesetzliche Grundlage fehle. Zölle gemäß Section 232 - etwa auf Stahl, Aluminium und Autos - blieben davon hingegen unangetastet, wie die Kanzlei WilmerHale in ihrer Analyse ausführt.
Trump selbst kommentierte die Niederlage mit der Behauptung, die Republikaner hätten gewonnen, wäre er selbst auf dem Stimmzettel gestanden. „I wasn’t on the Ballot and if I was, we would have won IN A LANDSLIDE!“, postete er laut Axios auf Truth Social. Gleichzeitig signalisierte er seine Bereitschaft, das Wahlergebnis anzuerkennen.
Börsen reagieren mit Kursverlusten und schwächerem Dollar
Sobald die Ergebnisse bekannt wurden, gerieten US-Aktienfutures spürbar unter Druck: Die Futures auf den S&P 500 gaben um 1,2 Prozent nach, jene auf den Nasdaq verloren sogar mehr als zwei Prozent. Die Dow-Futures verloren 0,8 Prozent, wie Reuters berichtete. Gleichzeitig verlor der Dollar an Wert, da der Markt künftig mit schwächeren fiskalischen Impulsen rechnet.
Bei der Einschätzung der langfristigen Folgen gehen die Meinungen auseinander. Jesper Koll, Expert Director bei Monex Group, rechnet mit einem positiven Effekt für den Dollar. Christopher Hodge, Chefvolkswirt USA bei Natixis, hält die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des Wahlausgangs hingegen für begrenzt.
Was der Machtwechsel für Anleger und Berater bedeutet
Für Berater, Vermögensverwalter und institutionelle Investoren bleiben die kurzfristigen Rahmenbedingungen durch den Wahlausgang weitgehend unverändert, da sich weder die Geldpolitik der Fed noch die bereits geltenden Section-232-Zölle an der neuen Mehrheit im Kongress orientieren.
Offen bleibt, wie stark der neue Kongress über die Haushaltsverhandlungen Druck auf die Regierung ausüben kann. Direkte Gesetzgebung gegen ein Veto Trumps erscheint dagegen kaum durchsetzbar.
Für Anleger mit US-Engagement bleibt zudem die Dollarentwicklung im Blick: Kurzfristig signalisieren die ersten Marktreaktionen eine gewisse Schwäche, wohingegen manche Analysten auf lange Sicht von wachsendem Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed ausgehen.










