USA 2026: Mehr Inflation als Wachstum

Foto: Amova AM
Naomi Fink, Amova Asset Management

Inflation bleibt hartnäckig, das Wachstum verliert an Tempo. Naomi Fink von Amova AM erwartet ein widerstandsfähiges, aber weniger dynamisches Umfeld. Zinssenkungen seien möglich, doch der Spielraum der Notenbank bleibe begrenzt.

Die Märkte reagieren sensibel auf Signale, dass US-Zinssenkungen früher kommen als erwartet. Die Wirtschaft wächst derweil weniger, bleibt aber widerstandsfähig. Wir erwarten bis Jahresende ein BIP-Wachstum von knapp 2 %. Die Abschwächung am Arbeitsmarkt wird in Form steigender Arbeitslosenanträge und einer verlangsamten Schaffung neuer Arbeitsplätze immer deutlicher. Die Verbraucherstimmung hat sich eingetrübt, doch der Konsum der einkommensstarken Bevölkerung stützt die Gesamtnachfrage. Das jüngste Konjunkturpaket dürfte dabei helfen, dass die Wirtschaft im ersten Halbjahr den kürzlichen „Shutdown“ überwindet.


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Die Inflation dürfte zurückgehen, aber oberhalb des Fed-Ziels von 2 % bleiben. Aufwärtsrisiken aufgrund der Rohstoffpreise und Zölle bestehen fort, während die Dienstleistungsinflation zurückgeht. Bis Ende des Jahres erwarten wir eine oder zwei Zinssenkungen. Angesichts der ungewissen Inflationslage glauben wir weniger an aggressive Lockerungen durch die Fed als der Markt.

Ausblick für US-Aktien: Der Anstieg am US-Aktienmarkt wird weiterhin von AI-bezogenen Mega-Caps bestimmt. Die Gewinne wachsen weiterhin, doch gibt es auch Anzeichen für überhöhte Bewertungen. Der langfristige „Superzyklus” im Technologiesektor weist zwar aufwärts; die Ausschläge des kurzfristigen Konjunkturzyklus sind jedoch seit 2024 explosionsartig angestiegen und stehen im Gegensatz zu den niedrigen impliziten Aktienvolatilitäten. Das EPS-Wachstum dürfte positiv bleiben und zunehmend Ergebnisse liefern, die die hohen Bewertungen rechtfertigen.

Ausblick für US-Anleihen: Die langfristigen Renditen spiegeln nicht mehr nur die politischen Erwartungen wider, sondern zunehmend auch die Laufzeitprämien-Dynamik und die Bedenken hinsichtlich des Angebots. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen dürften zwischen 3 % und 4 % schwanken. Ob die Fed ihre Unabhängigkeit bewahren kann, ist ein heiß diskutiertes Thema an den Märkten, das sich auf die Stabilität des langfristigen US-Rentenmarktes auswirkt.

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