Viridium CEO Thilo Dresig: „Eine weitere Konsolidierung in der Lebensversicherung ist im Interesse aller Versicherten“

Viridium CEO Dr. Thilo Dresig
Foto: Viridium
Thilo Dresig: "Wir werden Wachstumschancen wahrnehmen."

Dr. Thilo Dresig, CEO der Viridium Gruppe zieht eine positive Bilanz zum zehnjährigen Bestehen und zieht weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial im externen Run-off.

„Die Transaktionen der letzten Jahre waren erst der Anfang“, sagte Viridium-CEO Dr. Tilo Dresig bei einem Pressegespräch in Frankfurt am Main. „An einer weiteren Konsolidierung führt kein Weg vorbei, wenn wir die strukturellen Herausforderungen der Branche adressieren und die bestehenden Lebensversicherungen für die Kundinnen und Kunden attraktiver machen wollen.“ Als Marktführer in Deutschland hat sich der Viridium-Chef das Ziel gesetzt, bei der Konsolidierung eine wesentliche Rolle zu spielen.

Fragmentierter Markt

Dresig zeigt sich überzeugt, dass die Lebensversicherung eine entscheidende Säule der privaten Altersvorsorge sei und auch bleibe. Allerdings hät Dresig die deutsche Lebensversicherungsbranche für ungewöhnlich stark fragmentiert. „Derzeit gibt es mehr als 80 Lebensversicherer. Nur die fünf größten Gruppen haben jeweils überhaupt einen Marktanteil von mehr als fünf Prozent“, sagte Dresig.


Das könnte Sie auch interessieren:

Zu den finanziellen und operativen Herausforderungen gehören unter anderem oftmals veraltete IT-Systeme und eine sehr hohe Anzahl an verschiedenen Tarifen. Entsprechend sind die Bestandssysteme wartungs- und kostenintensiv. Hier seien umfassende Investitionen in Altbestände notwendig. 

Finanzielle Herausforderung IT-Systeme

Dresig zeigte sich davon überzeugt, dass mit dem Verkauf von Altbeständen Erstversicherer Kapital, Managementkapazitäten und operative Ressourcen für den Ausbau ihres Kerngeschäfts freisetzen und sich damit zukünftiges Wachstum ermöglichen können. „Die Kundinnen und Kunden profitieren von höheren Überschüssen, hoher Kapitalstärke und langfristig nachhaltiger operativer Stabilität.“

Die Proxalto, mit über vier Millionen Verträgen der Generali Leben der größte Bestandsversicherer der Viridium Gruppe, hat seit ihrer Übernahme vor fünf Jahren rund ein Milliarde Euro mehr der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt als dies vorher der Fall war. Dieser Betrag komme den Kundinnen und Kunden zusätzlich zu der Garantieleistung zugute, betonte Dresig. „Das sind jedes Jahr rund 200 Millionen Euro oder 70 Prozent mehr als zuvor“.

Laut Dresig habe die Proxalto schon vergangenes Jahr laufende Verzinsung von 1,25 Prozent auf 2,35 Prozent erhöht. Die Viridium-Gesellschaft Entis liege mit einer laufenden Verzinsung von 3,25 Prozent sogar an der Spitze des deutschen Marktes. Zudem spiegle sich die Akzeptanz bei den Versicherten in den rückläufigen und niedrigen Stornoquoten wider. Das Stückstorno der Viridium Gruppe lag laut Dresig zuletzt bei rund zwei Prozent und damit deutlich unter dem Marktdurchschnitt von etwa 2,6 Prozent. 

Glaube an die Zukunft des Run-off-Marktes

Die ursprünglich geplante Akquisition eines Bestands traditioneller Lebensversicherungen der Zurich Gruppe Deutschland konnte im Hinblick auf Viridiums derzeitige Eigentümerstruktur nicht durchgeführt werden. Dies ist sehr bedauerlich, denn die geplante Akquisition hätte aus Viridium-Sicht klare Vorteile für die Kundinnen und Kunden geboten. „Das war keine Absage an Run-Off im Allgemeinen, unser Geschäftsmodell oder Viridium“, sagte Dresig. „Wir werden deshalb unsere Strategie weiterverfolgen und perspektivisch wieder Wachstumschancen wahrnehmen.“

Viridium sei mit rund 3,4 Millionen Verträgen und 67 Milliarden Euro Kapitalanlagen eine der größten deutschen Lebensversicherungsgruppen, so Dresig. Das Prämienvolumen lag im vergangenen Geschäftsjahr bei drei Milliarden Euro (2022: 3,1 Milliarden EUR). Das Konzernergebnis nach Steuern betrug 342 Millionen Euro, 2022 waren es 331 Millionen Euro. Die Solvenzquoten bezifferte der CEO – ohne Übergangsmaßnahmen – auf rund 250 Prozent, 2022 lag die Quote bei 247 Prozent.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments