IVFP: Auf diese Lebenprodukte setzt der Vertrieb

Foto: Petra Homeier / IVFP
Prof. Michael Hauer, IVFP

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat Vermittlerinnen und Vermittler zu den Trends in der Lebensversicherung befragt. Zu den Favoriten des Vertriebs gehören in diesem Jahr die Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung sowie Fondspolicen - mit und ohne Garantien. DIe Umfrage zeigte zudem, dass Garantien in der Altersvorsorge nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.

Immer mehr Versicherer bieten für private Rentenversicherungen neben einer klassischen Verrentung auch einen fondsgebundenen Rentenbezug an. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung ist es für Versicherungsnehmer unter Umständen attraktiv, ihr Kapital auch nach dem Ende der Ansparphase noch in Fonds anzulegen und von den Renditechancen des Kapitalmarkts zu profitieren.

Wie die Grafik zeigt, gewinnt der kapitalmarktnahe Rentenbezug auch bei der Vermittlung an Bedeutung. Denn bei knapp 60 Prozent der Befragten spielt eine fondsgebundene Rentenphase in der Beratung eine Rolle. Einigkeit herrscht bei der Frage, ob Produkte mit fondsgebundenem Rentenbezug in Zukunft von höherer Bedeutung sein werden. Für etwa 92 Prozent der Teilnehmer ist dies klar der Fall. „Gerade in Zeiten sehr niedriger Zinsen kann es für viele Versicherte durchaus Sinn machen, auch in der Rentenphase auf eine kapitalmarknahe Anlage des Vertragsguthabens zu setzen,“ so Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP.

Auch in der Ansparphase setzt sich der Trend hin zu kapitalmarktnahen Produkten fort, zeigt die Umfrage des IVFP. So gaben knapp 40 Prozent aller Maklerinnen und Makler an, dass sie keine klassischen Produkte mehr vermitteln.

80 Prozent oder mehr: Garantien spielen nach wie vor eine Rolle

Mehr als 90 Prozent aller Befragten antworteten, regelmäßig zu fondsgebundenen Rentenversicherungen zu beraten. Zudem zeigt die IVFP-Umfrage, dass Garantien innerhalb dieser Produktgattung immer noch eine wesentliche Rolle spielen.

Mehr als zwei Drittel der Kundschaft wählte bei einem Abschluss im vergangenen Jahr ein Garantieniveau von 80 Prozent oder mehr.

Neben der Altersvorsorge spielt die Absicherung der Arbeitskraft für die Vermittler eine sehr wichtige Rolle. Die Umfrage zeigt, dass am häufigsten zu Berufsunfähigkeitsversicherungen beraten wird. Die Grundfähigkeitsversicherung ist bei der Absicherung der Arbeitskraft auf Platz eins – wenn eine BU-Versicherung nicht möglich ist oder aus Kostengründen nicht in Frage kommt.

Nachhaltigkeit gewinnt deutlich an Relevanz

Aber auch das Thema Nachhaltigkeit bekommt ein immer stärkeres Gewicht, wie die Umfrage zeigt. Rund 45 Prozent räumen hierfür einen hohen beziehungsweise sehr hohen Stellenwert in ihrer Beratung ein. Aufseiten der Anleger gewinnt das Thema ebenfalls an Relevanz.

So gab rund die Hälfte der Befragten an, dass im Rahmen fondsgebundener Tarife häufig oder sehr häufig Fonds mit Nachhaltigkeitsmandat gewählt werden. Ob der Großteil der Kundschaft jedoch auch bereit wäre, Renditechancen für mehr Nachhaltigkeit zu opfern, ist eher zweifelhaft. Denn nur fünf Prozent der Maklerinnen und Makler gaben an, dass ihre Kunden ohne Einschränkung auf Rendite verzichten würden. Immerhin 78 Prozent gaben an, zugunsten nachhaltiger Investments auf Rendite mit eingeschränktem Maß verzichten zu wollen.

Kritisch ist zudem die Unterstützung des Vertriebs bei Thema Nachhaltigkeit durch die Versicherer zu sehen. Auf die Frage, ob die Gesellschaften den Vermittlerinnen und Vermittlern ausreichend Informationen hierzu zur Verfügung stellen, antwortete nicht einmal einmal ein Drittel der Befragten mit ja. Rund die Hälfte hält das Informationsangebot der Versicherer hingegen für nicht ausreichend.

Mehr Details der Umfrage und ein Auszug können unter eingesehen werden. Befragungsergebnisse ansehen

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