Göttinger Gruppe: Haftbefehle gegen Rinnewitz & Co.

Der Finanzkonzern Göttinger Gruppe ist nach Informationen des Deutschen Instituts für Anlegerschutz (Dias), Berlin, in existenziellen Liquiditätsschwierigkeiten. Das Amtsgericht Göttingen habe bereits 170 Haftbefehle gegen drei führende Manager des Unternehmens verhängt, nachdem diese Vollstreckungsmaßnahmen verschleppt oder vereitelt hätten, so Dias-Vorstand Volker Pietsch. Er beruft sich auf Dokumente des Amtsgerichts Göttingen, die dem Institut vorlägen.

Die Göttinger Gruppe ist in den vergangenen Jahren wegen Tausender Klagen geschädigter Anleger immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Die Gruppe mit der Tochter Securenta war in den 90er-Jahren der größte Anbieter von staatlich geförderten atypischen stillen Beteiligungen in Deutschland. Dieses riskante Anlagemodell der Unternehmensbeteiligungen wurde als Altersvorsorge angeboten.

Die Serie der Haftbefehle des Amtsgerichts Göttingen richtet sich nach Informationen des Dias und der ?Süddeutschen Zeitung? gegen Jürgen Rinnewitz und Marina Götz als gesetzliche Vertreter und Vorstandsmitglieder der Securenta AG. Auch gegen den Geschäftsführer der Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co, Martin Vaupel, sei ein Haftbefehl erlassen worden. Vaupel werde von den Ermittlungsbehörden gesucht. Es sei nicht bekannt, wo sich Rinnewitz und Götz aufhielten. In der Firmenzentrale in Göttingen laufe nur noch ein Ansageband.

Der Bundesgerichtshof hatte im Frühjahr 2005 entschieden, dass die Anleger auf Rückzahlung ihrer Gelder pochen können. Durch die Vielzahl der Klagen sei das Volumen der Rückforderungen so stark gestiegen, dass Anwälte immer wieder von Zahlungsproblemen der Gruppe berichtet hätten, heißt es in der ?SZ?.

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