16. August 2007, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID: Mehr Unterstützung gewünscht

Ein Großteil der betroffenen Finanzdienstleister fühlt sich bei der Umsetzung der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) bis zum Stichtag, dem 1. November 2007, nicht ausreichend von den nationalen Aufsichtsbehörden unterstützt. Dies ergab eine Untersuchung des Softwareanbieters SunGard, Frankfurt, und des internationalen Marktforschungsunternehmens TradeTech.

Die Ergebnisse sind Teil einer in vier Phasen zwischen August 2006 und Juli 2007 durchgeführten Befragung zum Stand der MiFID-Vorbereitung in der Finanzbranche. Die Untersuchung dokumentiert die Einschätzungen und teils schwankenden Positionen von über 300 befragten Finanzinstituten aus Europa, den USA und Asien teil, darunter internationale Investmentbanken, Asset-Manager mit privater und institutioneller Klientel, Beratungsfirmen und Wertpapierbörsen.

Während rund die Hälfte der Befragten beklagte, die zuständige Finanzaufsicht betreue sie “schlecht” (32 Prozent) oder “sehr schlecht” (19 Prozent) bei der Umsetzung der Richtlinie, zeigt die Studie insgesamt, dass die Branche inzwischen deutlich besser für die MiFID gerüstet ist. 53 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie seien mit ihren Vorbereitungen “weit” oder “sehr weit” fortgeschritten. Im September 2006 machte diese Gruppe noch 34 Prozent aus. Bei der Einschätzung des Nutzens der Richtlinie herrscht dagegen weiterhin Uneinigkeit. Die Mehrheit (54 Prozent) sieht in der MiFID lediglich “ein weiteres Regelwerk”. Nur 42 Prozent glauben, dass sich die Direktive in den kommenden fünf bis zehn Jahren positiv auf die europäische Wirtschaft auswirken wird. Über ein Drittel ist in dieser Frage noch unentschieden.

Die Verpflichtung zur kundengünstigsten Ausführung von Aufträgen (“Best Execution”) unter Berücksichtigung des Kurses, der Kosten, der Schnelligkeit und der Ausführungswahrscheinlichkeit stellt viele Unternehmen immer noch vor ungelöste Aufgaben. Im September 2006 glaubte fast ein Drittel der Befragten, das Problem bis Ende 2006 in den Griff zu bekommen. Doch mit jeder Befragungsrunde rückte der anvisierte Zeitpunkt weiter in die Zukunft. Zuletzt gaben 50 Prozent der Befragten an, dass sie den Zeitrahmen bis zum 1. November 2007 voll ausschöpfen werden. Während zunächst statistische Pre-Trade- und Post-Trade-Analysen als das bevorzugte Mittel zur Gewährleistung der “Best Execution” genannt wurden, setzen die meisten Firmen inzwischen auf eine manuelle Prüfung. Im Juli 2007 vertrauten darauf 58 Prozent der Befragten, zu Beginn der Untersuchungsreihe waren es noch 29 Prozent.

Bezüglich der neuen Aufzeichnungspflichten hat sich der Kenntnisstand und Status der Umsetzung in den Unternehmen zuletzt deutlich gebessert. Nachdem der Ausschuss der europäischen Wertpapierregulierungsbehörden CESR (Committee of European Securities Regulators) seine diesbezüglichen Empfehlungen ausgesprochen hatte, gaben in der Befragung vom April 2007 zwei Drittel der Teilnehmer an, dass sie die neuen Anforderungen entweder nur mit Mühe umsetzen könnten oder sich über deren Auswirkungen im Unklaren seinen. Drei Monate später sahen sich mehr als die Hälfte der Befragten ausreichend für den Umgang mit den Bestimmungen gerüstet. Nur für zwölf Prozent stellten die neuen Pflichten noch ein größeres Problem dar. 56 Prozent meinten, sie seien nun in der Lage, jede entscheidende Phase des Handels mit einem bestimmten Wertpapier, für einen bestimmten Kunden und zwischen zwei bestimmten drei Jahre zurückliegenden Tagen zu rekonstruieren. Nur 14 Prozent glaubten, dass sie damit Schwierigkeiten hätten.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Carsten Maschmeyer: „Wir wollen, dass der Siegeszug dieser digitalen Erfolgsgeschichte weitergeht“

Der Unternehmer und Ex-AWD-Vorstandsvorsitzender Carsten Maschmeyer ist mit der von ihm gegründeten Venture-Capital-Firma Alstin Capital bei Neodigital eingestiegen. Mit ihm als Partner will sich der digitale Sachversicherer und Dienstleister deutlich breiter aufstellen. Cash.-Redakteur Jörg Droste traf Carsten Maschmeyer und Neodigitalvorstand Stephen Voss und sprach mit ihnen über den Einstieg, ihre Pläne und die Folgen der Coronapandemie für die digitale Transformation und deutschen Versicherungsmarkt.  

mehr ...

Immobilien

Erneuerbare-Energien-Investments statt Immobilien

Die Rendite-Risiko-Schere zwischen Investments in Erneuerbare Energien und Immobilien öffnet sich. „Beide Anlageklassen sind vor allem für institutionelle Investoren eine Alternative zueinander“, sagt Markus W. Voigt, CEO der aream Group. „Während beide ungefähr die gleiche Rendite erwarten lassen, steigt das Risiko bei Immobilien derzeit steil an.“

mehr ...

Investmentfonds

Die Halver-Kolumne: US-Wahl – So viel mehr als nur eine normale Wahl

Der politische Höhepunkt 2020 steht kurz bevor und die Börsen sind nervös. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der US-Präsidentschaftskandidaten kann man getrost von einer Richtungswahl sprechen. Besonders spannend sind die Fragen, ob bzw. wann es einen Sieger gibt, ein knappes Ergebnis überhaupt akzeptiert oder sogar als Wahlbetrug bezeichnet wird. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Alexander Schlichting wird Vorstands-Chef der Project Beteiligungen AG

Der Aufsichtsrat der Project Beteiligungen AG hat Alexander Schlichting (45) mit Wirkung zum 26. Oktober 2020 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ottmar Heinen ist “infolge divergierender Ansichten” ausgeschieden. Gleichzeitig verstärkt sich die für den Publikumsvertrieb verantwortliche Project Vermittlungs GmbH mit Christian Grall (34) als weiterem Geschäftsführer.

mehr ...

Sachwertanlagen

Isaria verkauft zwei Wohnanlagen in München an DWS-Spezialfonds

Die Münchner Isaria hat insgesamt 219 Wohnungen für 119,2 Millionen Euro an den Vermögensverwalter DWS für einen institutionellen Spezialfonds veräußert. Das Projekt wird die mittlerweile zur Deutschen Wohnen gehörende Isaria München Projektentwicklungs GmbH im Auftrag der Isaria Wohnbau AG schlüsselfertig erstellen.

mehr ...

Recht

Neue Corona-Maßnahmen: Lockdown 2.0 

Die Bundesländer haben sich einheitlich auf schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie verständigt. Die beschlossene Light-Variante des Lockdowns – bekannt aus dem Frühjahr – soll bereits ab kommendem Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende des Monats gelten. In zwei Wochen werden die Maßnahmen in einer nächsten Bund-Länder-Runde überprüft und bei Bedarf angepasst. Schulen und Kitas bleiben geöffnet. Die Arag hat die neuen Regeln im zusammengefasst.

mehr ...