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22. Dezember 2008, 00:00
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Verbraucherministerium: Reformbedarf bei Finanzvermittlung

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat Reformbedarf beim Vertrieb von Finanzdienstleistungen ausgemacht.

Anlass ist die Veröffentlichung der bereits im Sommer vergangenen Jahres in Auftrag gegebenen Studie ?Anforderungen an Finanzvermittler ? mehr Qualität, bessere Entscheidungen? zum deutschen Finanzvermittlungsmarkt. Verbraucherministerin Ilse Aigner übt indes Kritik an Fehlberatung und falschen Anreizen beim Vertrieb: “Viel zu oft wird das Vertrauen von Anlegern in den Rat von Finanzvermittlern enttäuscht, zum Beispiel dann, wenn unter dem Deckmantel von Kompetenz und Seriosität ungeeignete Investments als sichere Anlage für die Altersvorsorge verkauft werden”, so Aigner.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Vermittlerdichte in Deutschland mit 0,61 Vermittlern pro 100 Einwohner im internationalen Vergleich ausgesprochen hoch ist und attestiert ein nicht integriertes Nebeneinander von Einzelstandards sowie das Fehlen von rechtlichen Rahmenbedingungen in großen Bereichen. Der Grad der Regulierung liege weit unter dem, was beispielsweise im Handwerk oder in der Schuldnerberatung gang und gäbe sei.

Die mangelnde produkt- und themenübergreifende Gesamtbetrachtung der privaten Finanzen führe in Kombination mit unbedarften Verbrauchern zu einer Ausgangskonstellation, die Fehlleistungen wahrscheinlich mache. Diese seien auch empirisch zu belegen. So würden zum Beispiel 50 bis 80 Prozent aller Langfristanlagen mit Verlust vorzeitig abgebrochen. Die Vermögensschäden aufgrund von mangelhafter Finanzberatung schätzen die Forscher jährlich auf 20 bis 30 Milliarden Euro.

“Das ist nicht hinnehmbar. Die Interessen der Verbraucher sollten im Vordergrund stehen und nicht das Erreichen geschäftsinterner Vertriebsziele von Banken oder anderen provisionsorientierten Finanzdienstleistern”, so der Kommentar von Verbraucherministerin Aigner, die die Finanzbranche ausdrücklich ermuntert, sich an der Diskussion über die Ergebnisse der Studie und die erforderlichen Konsequenzen zu beteiligen. (hb)

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