27. Juli 2010, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bank-Entscheider erwarten dauerhafte Einbußen im Privatkundengeschäft

Die Mehrheit der Bankmanager rechnet damit, dass die im Zuge der Finanzkrise gesunkene Kundenrentabilität mittelfristig nicht wieder aufgeholt werden kann. Der Grund: Die Kunden sind preissensibler und wechselwilliger geworden. 

Trend-nach-unten-127x150 in Bank-Entscheider erwarten dauerhafte Einbußen im PrivatkundengeschäftDie Kronberger Managementberatung Accenture hat  im Rahmen einer Studie weltweit 46 Geschäftsverantwortliche und Marketingentscheider (CEOs, Geschäftsleiter und Bereichsvorstände) aus dem Privatkundengeschäft von 35 Banken – inklusive 26 der 100 global führenden Institute – befragt.

Fast die Hälfte der Führungskräfte geht davon aus, dass die Finanzkrise im Retailgeschäft zu einem Renditeschwund zwischen fünf und 15 Prozent geführt hat. Bei elf Prozent der Institute fällt dieser sogar noch größer aus. 59 Prozent der Manager beobachten einen Einbruch der Kundenloyalität.

An eine schnelle Aufholjagd glauben die Verantwortlichen indes nicht. Vielmehr sehen sie starken Gegenwind an mehreren Fronten. So registrieren 63 Prozent der Befragten bei ihren Kunden eine stärkere Preissensibilität und ebenfalls 63 Prozent sagen, dass die eigenen Kunden immer häufiger den Anbieter für bestimmte Leistungen wechseln.

“Unsere Studie zeigt eine deutliche Verschiebung der Marktmacht zu Gunsten der Bankkunden, ausgelöst durch die Finanzkrise”, sagt Dr. Markus Hamprecht, Geschäftsführer des Bereichs Banken bei Accenture. Die Kunden seien in ihren finanziellen Entscheidungen deutlich selbstbewusster geworden. Hinzu kämen ein klarer Vertrauensverlust gegenüber den Banken, ein gestiegenes Preisbewusstsein und eine starke Wechselwilligkeit bei schlechtem Service.

Bei der Wiederherstellung der Profitabilität setzen die Verantwortlichen der Institute auf konventionelle Strategien. So wollen 87 Prozent der Manager die Umsätze über verstärkte Cross-Selling-Maßnahmen bei den Bestandskunden steigern, die Neukundengewinnung steht für 54 Prozent der Befragten im Mittelpunkt, und immerhin 33 Prozent sehen in Preissteigerungen auf Produkte und Dienstleistungen das Mittel der Wahl. (hb)

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. wie Recht die Schreiber haben. Leider gilt dies nun auch für Sparkassen und Gen.-banken!
    Wem kann der Kunde noch trauen?

    Kommentar von hannes S. — 20. April 2012 @ 16:28

  2. Die Banken sorgen doch oft selbst dafür, “dass die eigenen Kunden immer häufiger den Anbieter für bestimmte Leistungen wechseln”. Wie oft gibt es z.B. günstige/gute Zinsangebote nur für Neukunden. Bestandskunden werden diese oft verwehrt. Kundenloyalität wird selten belohnt – im Gegenteil!

    Kommentar von Frank — 28. Juli 2010 @ 13:25

  3. So, so. Die Kunden sind also preissensibler und wechselwilliger geworden. Nennen wir die Dinge doch mal beim Namen. Die Kunden sind zu Recht und Gott sei Dank mißtrauischer geworden und lassen sich nicht mehr so einfach über den Tisch ziehen. Und was machen die Banken? Anstatt endlich mal umzudenken, versuchen sie es mit der gleichen Masche immer weiter. Schon blöd, wenn da der Kunde nicht mehr so recht mitspielen will!

    Kommentar von Der Finanzschrauber — 28. Juli 2010 @ 13:20

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Universa mehrfach für Beitragsstabilität ausgezeichnet

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat die Beitragsstabilität in der privaten Krankenversicherung (PKV) untersucht. Auf den Prüfstand kamen 906 Tarifkombinationen in der Vollversicherung von 29 Versicherern. Die uniVersa erhielt bei der Untersuchung insgesamt 40-mal die beste Bewertung fünf Sterne, was für „Ausgezeichnet“ steht. Allein 36-mal gab es das Prädikat für die Classic-Bausteintarife und je zweimal für die Medizinertarife und die Produktlinie Economy.

mehr ...

Investmentfonds

Stewardship: Anleger wollen aktiv mitentscheiden

Laut dem aktuellen von der DWS geförderten Forschungsbericht halten 84% der Pensionsfonds Stewardship-Praktiken für entscheidend, um die Qualität von Beta1 zu verbessern und gleichzeitig positive Auswirkungen für Umwelt, Soziales und die Unternehmensführung zu erzeugen. 

mehr ...

Berater

Schäden durch Onlinebanking-Betrug nehmen deutlich zu

300 Betrugsfälle im Onlinebanking haben einen Gesamtschaden von fünf Millionen Euro verursacht – das ist die vorläufige Bilanz der R+V Versicherung, dem führenden Bankenversicherer in Deutschland, nach dem 1. Halbjahr 2019.

mehr ...

Sachwertanlagen

Finanzvorstände müssen bei digitalen Strategien deutlich aufholen

Gerade einmal jedes zweite Unternehmen im deutschsprachigen Raum hat die Prozesse in seiner Finanzabteilung zumindest in Ansätzen standardisiert und automatisiert, obwohl fast alle CFOs dies als maßgebliche Voraussetzung zur erfolgreichen Effizienzsteigerung sehen. Tatsächlich im Einsatz sind Automationstechnologien wie Robotic Process Automation (RPA) sogar nur in jedem sechsten Unternehmen. Dies sind Ergebnisse der Horváth & Partners CFO-Studie 2019.

mehr ...

Recht

Versicherungspolicen: Wo es Steuern zurückgibt

In diesem Jahr verlängert sich erstmalig die Frist zur Abgabe der Steuererklärung auf den 31. Juli. Besonders Steuererklärungs-Muffel wird die zwei-monatige Fristverlängerung freuen. Dabei kann man mit den richtigen Tipps und Kniffen durchaus eine ganze Menge der gezahlten Steuern wiederbekommen. Dies gilt auch für die abgeschlossenen Versicherungspolicen.

mehr ...