Anzeige
28. Februar 2011, 17:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beraterhaftung: Fallstricke beim Internetauftritt

Die eigene Internetseite ist für Versicherungsvermittler inzwischen fast unentbehrlich. Web-Auftritte müssen allerdings bestimmten gesetzlichen Vorschriften genügen. Welche Angaben sind tatsächlich existenziell und welche freiwilliger Natur?

Rechtsanwalt-dietmar-goerz in Beraterhaftung: Fallstricke beim Internetauftritt

Dietmar Goerz

Text: Rechtsanwalt Dietmar Goerz, Kanzlei GPC Law, Berlin

Ein nicht mehr wegzudenkendes Vertriebsvehikel für Versicherungsvermittler ist die eigene Internetseite. Diese kann zwei Zwecken dienen: Einerseits als Image-Seite, auf der das eigene Unternehmen und dessen Dienstleistung nur beworben werden.

Andererseits ermöglichen Internetseiten von Vermittlern nicht selten den Kunden zudem einen Zugang zu Versicherungsprodukten. Auch hier sind zwei Varianten möglich. Oft binden Versicherungsvermittler in die eigene Internetseite nur Links ein, die auf Seiten von Versicherungsunternehmen verweisen. Die Kunden gelangen so auf die Portale der Versicherer, und können dort eine Police beantragen.

In diesem Fall ist der verlinkende Vermittler nur Tippgeber, auch wenn er dafür Provision erhält. Bei einigen Vermittlern hat der Kunde aber den Eindruck, die Beantragung der Versicherung immer noch Teil von dessen Internetseite. Ein derartiger Vertrieb wäre dann eine erlaubnispflichtige Versicherungsvermittlung. Das gilt auch dann, wenn der Kunde beim Ausfüllen einer Datenmaske schon technisch in Kontakt mit dem Server eines Versicherers steht.

Erstinformation im Impressum

Landläufig wird davon ausgegangen, dass Versicherungsvermittler im Impressum ihrer Internetseite die Informationen über ihr Unternehmen aufführen müssen, die nach Paragraf 11 Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) vorgeschrieben sind. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, diese Daten, besser bekannt unter der Bezeichnung „Erstinformation“, im Impressum zu nennen. Das gehört zum Erkennungsmerkmal einer seriösen Vermittler-Webseite.

Gesetzlich vorgeschrieben ist dies jedoch nicht. Denn die Mitteilung der Erstinformation gehört zu den Informationspflichten im Rahmen des Vermittlungsprozesses. Nur wer über seine Internetseite den Abschluss von Versicherungsverträgen online vermittelt, muss diese Daten überhaupt mitteilen.

Die Pflicht zur Mitteilung der Erstinformation geht auf die Europäische Versicherungsvermittlerrichtlinie (VVR) zurück. Nach Paragraf 11 VersVermV ist die Erstinformation dem Versicherungsnehmer „in Textform“ mitzuteilen. Textform bedeutet Urkunde oder auf andere zur dauerhaften Wiedergabe in Schriftzeichen geeigneten Weise. Entsprechend dem Wortlaut der VVR ist die Erstinformation „auf Papier oder auf einem anderen, dem Kunden zur Verfügung stehenden und zugänglichen dauerhaften Datenträger“ zu erteilen.

Wie in diesem Zusammenhang der unbestimmte Rechtsbegriff „dauerhafter Datenträger“ auszulegen ist, hat jüngst der für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zuständige supranationale EFTA-Gerichtshof in Luxemburg entschieden (Urteil vom 27. Januar 2010 E-4/09): Die Mitteilung der Erstinformation auf einer Internetseite entspricht danach nur dann den Formvorschriften der VVR, wenn diese vom Kunden gespeichert werden können.

Seite 2: Informationspflichten nach TMG

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Brexit: “Standard Life trifft alle Vorkehrungen”

Der endgültige EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im März 2019 rückt immer näher. Dieses Ereignis wird auch für deutsche Kunden britischer Konzerne wie Standard Life schwere Auswirkungen haben. Unter anderem darüber hat Cash. mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich geredet.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

Robo Advisor bietet bAV-Lösung

Der Robo-Advisor-Angebot Fintego der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) steht nun auch für die Nutzung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zur Verfügung.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...